E-Sport-Kürzung in Schleswig-Holstein: "Das politische Signal ist schwerwiegend"
Bei der Haushaltsumschichtung in Schleswig-Holstein musste das Innenministerium 100.000 Euro Budget beim E-Sport abgeben. Der E-Sport-Verband SH klärt auf Anfrage, wie ihn das finanziell und strukturell genau betrifft.
Seit Bekanntmachung der neuen Gamesförderung im nördlichsten Bundesland ist auch bekannt, dass Schleswig-Holstein dafür an anderer Stelle einspart: Der regionale E-Sport-Topf schrumpft nach der Umschichtung des Landeshaushalts von 309.000 Euro auf 209.000 Euro. Während die zuständige Innenministerin betont, dass der im Land geplante Ausbau kommunaler E-Sport-Infrastruktur, darunter das Landeszentrum, davon nicht gefährdet sei. Es stellt sich also die Frage, wo genau das Geld eingespart wird.
Nun hat GamesMarkt auf Anfrage vom E-Sport-Verband Schleswig Holstein (EVSH) erfahren, dass insgesamt die Hälfte der Einsparung, also 50.000 Euro, vom Budget des Verbandes abgezogen werden. Das betrifft vor allem das Budget der anstehenden Landesmeisterschaften, die nun mit deutlich weniger Finanzen auskommen müssen. Wie von Ministerin Sabine Sütterlin-Waack erklärt bestätigt auch der Verband, dass die Gelder für Infrastrukturprojekte weitestgehend unberührt bleiben.
Philipp Ebben, Erster Vorsitzender des E-Sport-Verbands Schleswig-Holsteins, erklärt auf die GamesMarkt-Anfrage: “Die Reduzierung der zugesagten und von uns als Verband fest eingeplanten Mittel ist ärgerlich. Während die monetäre Verringerung noch auszugleichen ist, ist das politische Signal viel schwerwiegender: Der E-Sport Leuchtturm Schleswig-Holstein tritt bei der Förderung des elektronischen Sports ein paar Schritte zurück. Insgesamt sind die Fördermittel für den Verband um rund 50.000 Euro gekürzt worden. Dies betrifft unter anderem Gelder, die für die anstehenden Landesmeisterschaften im E-Sport eingeplant gewesen sind. Die Förderungen für Infrastrukturprojekte wie das Landeszentrum und die vier regionalen E-Sport Zentren sind allerdings weitgehend gleich hoch geblieben. Insofern kratzt die Mittelkürzung zwar etwas am Lack des E-Sport-Standorts Schleswig-Holstein, kann den Vorreiterstatus des Landes zwischen den Meeren aber nicht gefährden.”