Mit einer ehrgeizigen Unternehmenspolitik will sich Logitech unter den Zubehörherstellern behaupten. Um Umsatz und Gewinn zu steigern, hat das Unternehmen ein neues, dreistufiges Fachhandelsprogramm gestartet. Zudem legt Logitech seine Produktwerbung aus dem Vorjahr neu auf.

Beim Zubehörhersteller Logitech stehen die Zeichen auf Wachstum. Das hat der Ende Juli veröffentlichte Geschäftsbericht mit den Zahlen zum 1. Quartal 2001 gezeigt. Ehrgeizige Ziele verfolgt auch die deutsche Niederlassung von Logitech in Germering. Daran lassen Gregor Bieler, Country Manager Deutschland, und Katja Schleicher, Corporate Communication Manager Deutschland, keinen Zweifel. Im Asam-Schlössl in München stellten sie das neue Logitech-Programm für den Fachhandel sowie die neue Werbekampagne vor.

In den nächsten drei Jahren will Logitech seinen Umsatz verdoppeln und die "Marktführerschaft bei unseren Produkten ausbauen", sagte Gregor Bieler. Dazu soll das Zubehör für die PlayStation 2 (PS2) beitragen. Bereits das Produktbundle aus dem Logitech-Lenkrad "GT Force" und dem Spiel "Gran Tourismo 3" für die PS2 hätten sich in den ersten zwei Wochen nach Erscheinen mehr als 100.000 Mal verkauft. Im September legt Logitech mit einem kabellosen Gamepad, einem Lenkrad und einem Joystick für Sonys Spielekonsole nach.

Lieferprobleme wie im vergangenen Jahr werde es vor dem Weihnachtsgeschäft 2001 nicht geben. Die Lager seien gut gefüllt, um Produkte rechtzeitig und in ausreichender Menge auszuliefern.

Außer dem Zubehör für die PS2 soll sich die bereits erfolgte Übernahme der US-Firma Labtec durch Logitech positiv auf die Umsätze auswirken. Bieler zerstreute in diesem Zusammenhang Gerüchte, dass das Label Labtec aufgelöst werde.

Zudem verfolgt Logitech eine neue Produktstrategie: Computermäuse, Tastaturen und Webcams sollen künftig nicht nur in den Arbeitszimmern der Endkunden stehen, sondern ihren Weg auch in die Wohnzimmer finden. Dazu soll die Neuauflage der Werbekampagne Logitechs beitragen, die in 18 europäischen Ländern, den USA und einigen Ländern im asiatisch-pazifischen Raum durchgeführt werden soll. Um mehr Interessenten für Logitech-Produkte zu gewinnen, will die Werbung Geschichten aus dem Alltag erzählen. Beispiel: Auf der Anzeige für das schnurlose Desktop ist ein Paar beim Frühstück zu sehen. Neben Croissants, Kaffee und Orangensaft steht auch eine Tastatur auf dem Frühstücktablett.

In Deutschland will das Unternehmen mit halb- bis zweiseitigen Anzeigen in folgenden Magazinen werben: "Focus", "Max", "GQ", "Wirtschaftswoche", "TV Movie", "Stern" und "Bravo". Mit denselben Motiven wirbt Logitech auch in Fachzeitzeitschriften wie "ComputerBild", "Playzone" und "Tomorrow". Dort werden die Fotos allerdings um Produktinformationen erweitert. Begleitend schaltet der Zubehörhersteller Banner und Pop-ups auf den Webseiten von "Focus", "TV Movie", "Bravo", "SAT.1", FAZ und "Financial Times Deutschland". Insgesamt lässt sich Logitech die Marketingaktionen in Deutschland mehr als zwei Mio. Mark kosten.

Pressesprecherin Katja Schleicher ist davon überzeugt, dass sich der Aufwand lohnen wird. Bereits die Kampagne des vergangenen Jahres habe den Bekanntheitsgrad der Logitech-Produkte bei Zielgruppen, die Computer kaum benutzen, von 7,5 auf 15 Prozent erhöht. Der Zubehörhersteller strebt bei dieser Klientel einen Bekanntheitsgrad von 25 Prozent an. Nach Aussage von Frau Schleicher will Logitech dieses Ziel in drei Jahren erreicht haben. Bei den Computerfreaks hingegen habe man eine Markenbekanntheit von rund 90 Prozent erreicht.

Damit das auch so bleibt, hat Logitech zudem eine neues, dreistufiges Programm für den Fachhandel gestartet. Wie Country Manager Gregor Bieler erläuterte, ist die erste Stufe, Logitech Partner, für kleine und mittelgroße Unternehmen gedacht, die lokal oder regional tätig sind und bis zu zwei Mio. Mark Umsatz im Jahr erwirtschaften. Zubehörhersteller Logitech unterstützt diese Händler mit Werbematerial für den PoS.

Mit der nächsten Stufe, Advanced Partner, will das Unternehmen größere Firmen mit zwei bis 20 Mio. Mark Umsatz erreichen, die eigene Vertriebs- und Marketingabteilungen sowie Webshops haben. Diese Firmen bekommen Geld, wenn sie Marketingaktionen für Logitech-Produkte durchführen. Die Höhe der Förderung richtet sich nach dem Umsatz, den ein Advanced-Partner mit Zubehör von Logitech erzielt, sowie der Anzahl der abgesetzten Produkte.

Die dritte Stufe, Premium Partner, richtet sich an große Fachhändler und Medienhäuser. Sie erhalten von Logitech ebenfalls Geld für Produktwerbung und darüber hinaus Unterstützung beim Erstellen von Businessplänen. Voraussetzung ist, dass solche Unternehmen pro Jahr mehr als 100.000 Mark mit Logitech-Produkten umsetzen.

Das Ziel ist bei allen drei Partnerprogrammen gleich: Gemeinsam mit den Vertriebspartnern Actebis, Computer 2000 und Macrotron will Logitech den Fachhandel besser unterstützen, um die Umsätze seiner Produkte zu steigern. Aus diesem Grund hat Logitech Deutschland auch das "Focus Team Fachhandel" gegründet, eine von fünf neuen Abteilungen, die Logitechs Präsenz in allen Handelsbereichen intensivieren sollen. "Bislang war der Fachhandel für uns ein unerforschtes Feld", sagt Bieler. Das soll sich durch das Partner-Programm ändern. Außerdem wurde für die Händler die Webseite www.logitech-partner.de neu eingerichtet.

Share this post

Written by