Mediatrend-Ted-Auswertung für 2002 und 2001

Videoanbieter sind in bester Stimmung

Gut 50 Prozent der Entertainmentbranche haben 2001 ein "besseres" bzw. "deutlich besseres" Ergebnis erzielt als im Vorjahr. Bei der Videobranche lag dieser Anteil sogar noch höher, konkret: bei 59 Prozent. Das ergab die aktuelle Mediatrend-Ted-Auswertung.

Genau 113 Teilnehmer aus dem Videomarkt haben sich an der Mediatrend-Ted-Auswertung des Entertainment Media Verlags beteiligt; fast 500 Branchenleute waren es insgesamt, die Ende 2001 den Aufrufen in den Fachzeitschriften VideoWoche, DVD& VideoReport, GamesMarkt.de, MusikWoche.de und Blickpunkt: Film sowie in den zugeordneten Onlinediensten gefolgt waren. Aus der gesamten Videobranche (Handel und Anbieter) bilanzierten über die Hälfte (59 Prozent) der Teilnehmer ein "besseres" bzw. "deutlich besseres" Geschäftsjahr 2001 als das Vorjahr. Für 20 Prozent der abgegebenen Stimmen brachte das Geschäft 2001 "keine Veränderungen" gegenüber dem Vorjahr, während es sich für 15 Prozent "schlechter" und für sechs Prozent "wesentlich schlechter" entwickelt hat.

Mediatrend-Ted-Auswertung Video

Mediatrend-Ted der Videobranche

Industrie und Handel im Vergleich

Mediatrend-Ted der Entertainmentbranche

Leicht voneinander abweichende Resultate förderten indes die Urteile aus Industrie und Handel zutage: Während 65 Prozent der Anbieter von "besseren" bzw. "deutlich besseren" Ergebnissen im Geschäftsjahr 2001 gegenüber dem Vorjahr sprachen und immerhin 15 Prozent eine "gleichgebliebene" sowie 20 Prozent eine "schlechtere" bzw. "wesentlich schlechtere" Performance bezeugten, votierte der Handel ein wenig verhaltener. Hier blickten zwar im Jahr 2001 noch 52 Prozent auf einen "deutlich besseren" bzw. "besseren" Geschäftsverlauf zurück, 24 Prozent der Teilnehmer bescherte das Jahr 2001 aber Stagnation, und für 23 Prozent gab es sogar ein "schlechteres" oder "wesentlich schlechteres" Jahr als 2000.

Und wie schaut die Prognose der Videobranche fürs laufende Jahr 2002 aus? Mehrheitlich blickt die Zunft (56 Prozent) sehr zuversichtlich in die Zukunft, zumindest rechnen 16 Prozent der Teilnehmer mit einem "deutlich besseren" und 40 Prozent mit einem "besseren" Geschäftsverlauf als im Jahr 2001. Ganze 28 Prozent gehen in ihrer Einschätzung davon aus, dass 2002 sich auf dem gleichen Niveau bewegen wird wie das Vorjahresergebnis. Lediglich 16 Prozent befürchten eine Negativentwicklung. Wichen die Voten von Industrie und Handel schon beim Ergebnis 2001 leicht voneinander ab, so öffnet sich die Schere bei der Prognose schon erheblich: Mehr als zwei Drittel der Industrie (72 Prozent) gehen in diesem Jahr von einer "deutlich besseren" bzw. "besseren" Performance aus, während es beim Handel lediglich 49 Prozent sind. Mit einer Stagnation auf hohem Niveau rechnen 17 Prozent der Anbieter und 32 Prozent des Handels. Der Anteil der Firmen, die ein "wesentlich schlechteres" oder "schlechteres" Ergebnis für 2002 voraussagen, liegt bei elf Prozent (Industrie) und 16 Prozent (Handel).

Stimmen

"Der Wachstumfaktor DVD wird auch im Jahr 2002 für eine deutliche Umsatzveränderung sorgen. Der Absatz von DVD-Playern wird 2002 deutlich zunehmen. Diese Zielgruppe hat Entertainment für zu Hause für sich neu geordnet. Ein höheres Ausgabepotenzial ist vorhanden. Die Breite der Angebote schafft Nachfrage und damit Konsum." Horst Soltysiak, Vertriebsleiter BMG Video

"Der Preisverfall bei Bildträgern hat sich leider auch beim neuen Medium DVD fortgesetzt. Obwohl erheblich billiger zu produzieren, geben die Hersteller ihre Preisvorteile nicht an den Handel weiter, im Gegenteil. Und wer Backprogramm anbietet, muss höllisch aufpassen, weil sein Warenlager in einem halben Jahr nur noch die Hälfte wert ist. Wehe dem, der sich bei den Neuerscheinungen verschätzt hat, wenn er nicht schnell genug retourniert. Was bleibt, ist der Rückzug aus unlukrativen Warenbereichen wie Bild- und Tonträgern, denn wer hier dem Endkunden noch Service bieten will (Zahlung per Kreditkarte, großer Vorrat an Backprogramm, Versand, Internetangebot), wird feststellen, dass er am Ende draufzahlt, statt zu verdienen." Jens Schmidt, Geschäftsleitung Cinemabilia.de

"Wenn die DVD ihren Siegeszug im gleichen oder noch schnelleren Tempo fortsetzt, werden wir deutlich besser abschneiden." Winfrid Schiefnetter, Geschäftsführer 1A Media

"Am Ende dieses Jahres werden wir uns auf Vorjahresniveau bewegen, da die allgemeinen Wirtschaftsaussichten nicht so gut sind." Hans-Otto Steinbach, Abteilungsleiter Karstadt

"Mein Unternehmen befindet sich im Aufbau, daher die deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorjahr. 2002 erwarten wir den Launch zweier engagierter neuer Videokonsolen (Xbox und GameCube). Außerdem wird im Laufe des Jahres der DVD-Rekorder für steigende Umsatzzahlen sorgen, zumindest dann, wenn die Preise sinken und sich ein System durchsetzen kann." Hartmut Dieterle, Inhaber MultiMedia Tiger

"Die DVD wird weiter boomen, - und die CD." Herbert Sagawe, Abteilungsleiter ProMarkt Weiden

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