Die Gamesbranche rechnet im laufenden Jahr mit größten Wachstumschancen, insbesondere dank neuer mobiler Geräte von Nintendo und Sony. Die Erwartungen der gesamten Entertainmentbranche fallen dagegen etwas verhaltener aus.

Was ist aussagekräftiger bei der Ermittlung der Stimmungslage einer Branche als die Einschätzungen ihrer Topentscheider. Und welcher Zeitpunkt wäre geeigneter als der unmittelbar nach dem Weihnachtsgeschäft, mit dem nicht selten bis zu 25 Prozent des gesamten Jahresumsatzes erwirtschaftet werden. Beide Kriterien erfüllt der Mediatrend-Ted, den der Entertainment Media Verlag jetzt ermittelt hat. Und das Ergebnis spricht Bände. Trotz anhaltender Konjunkturflaute, nachhaltiger Kaufzurückhaltung der Konsumenten und einer allgemeinen sozialen Unsicherheit angesichts der künftigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung Deutschlands verbreitet die Entertainmentbranche eine große Zuversicht. Das zeigt der aktuelle Mediatrend-Ted. Demnach bezeichnen knapp 60 Prozent des Expertenpanels, das sich aus 150 Topmanagern der deutschen Film-, TV-, Video-, Musik- und Unterhaltungssoftwarebranche zusammensetzt, den Geschäftsverlauf 2004 als "gut" und 36 Prozent als "befriedigend".

Anhaltend gute Abverkäufe bei Videospielkonsolen

Da scheint sich eine alte Erkenntnis der Sozialwissenschaften zu bestätigen, dass die Menschen in Krisenzeiten nach Zerstreuung und Ablenkung suchen, um ihre Alltagserfahrungen durch positive emotionale Unterhaltungsinhalte für einige Stunden zu vergessen. Ob diese Deutung nun zutrifft oder nicht, fest steht: Auch fürs laufende Jahr rechnet die Entertainmentwirtschaft mit einer positiven Performance. Diese erfreuliche Bewertung der ökonomischen Gesamtlage wird durch das Votum der Topentscheider aus dem Segment Unterhaltungssoftware sogar noch einmal deutlich getoppt. Hier verliehen ganze 75 Prozent der Experten dem Business im letzten Jahr das Prädikat "gut", während immerhin 17 Prozent noch mit einem "befriedigend" urteilten. Kein Wunder, hat sich im letzten Jahr die Absatzentwicklung der Konsolenhardware im Allgemeinen, der PlayStation 2 im Besonderen doch recht positiv gestaltet; eine Entwicklung, die sich nach Brancheneinschätzung auch 2005 weiter fortsetzen wird.

Noch zuversichtlicher blickt die Unterhaltungssoftwarebranche aufs laufende Jahr. Hier werden im Frühjahr neue Plattformen im Bereich Mobile Gaming in den Markt eingeführt werden: Neben dem neuen Handheldsystem Nintendo DS wird erstmals auch Sony mit seinem PSP dieses lukrative Marktsegment betreten. Beide Systeme werden von der Industrie unterstützt. Das gilt auch für einen weiteren Newcomer auf diesem Feld, Gizmondo, der es natürlich schwer haben wird, hier neben den etablierten Marken Sony und Nintendo Fuß zu fassen.

Auf die Frage nach dem prognostizierten Geschäftsverlauf 2005 haben wiederum 75 Prozent der Gamesexperten eine positive Einschätzung abgegeben, während 25 Prozent davon ausgehen, dass sie das Niveau des Vorjahrs halten können. Mit einer rückläufigen Entwicklung rechnet keiner in dieser Branche - und welcher Industriezweig kann das in der gegenwärtigen Situation noch für sich reklamieren. Einen etwas anderen Akzent setzen die Teilnehmer des Stimmungsbarometers, die sich aus dem Bereich Kinder- und Lernsoftware rekrutieren. Aber auch ihre Einschätzung signalisiert, dass sie wieder besseren Zeiten entgegensehen. Nach Jahren eines mitunter dramatischen Umsatzrückgangs und einer Phase der Konsolidierung scheint es hier wieder berechtigte Hoffnung zu geben, dass die Umsätze wieder nach oben geschraubt werden können. Kurzum: Alles wird noch besser!

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