Meta Connect: VR-Games, Microsoft-Partnerschaft und das Metaversum als Arbeitsplatz
Auf der Meta Connect hat das von Mark Zuckerberg geführte Unternehmen einen Ausblick auf die nächsten Produkte und Zukunftspläne gegeben, die sich auf die Arbeitswelt und das Metaversum-Büro auswirken sollen. Aber auch der VR-Games-Bereich bleibt wichtig. Neben Übernahmen von drei Studios wird die Partnerschaft mit Microsoft ausgeweitet.
Meta erhöht die Entwicklungskapazitäten im VR-Games-Bereich mit den Übernahmen von Armature Studio, Camouflaj und Twisted Pixel. Armature Studio hat unter anderem die VR-Version von "Resident Evil 4" umgesetzt und "Where the Heart Leads" entwickelt. Camouflaj ist für "Marvel's Iron Man VR" und "Republique" verantwortlich. Twisted Pixel ist für "Wilson's Heart" und "'Splosion Man" bekannt.
Während der Meta Connect kündigte zudem Microsoft CEO Satya Nadella an, dass Xbox Cloud Gaming (Beta) im Meta Quest Store erscheinen wird. Damit wird es möglich sein, Spiele aus dem Xbox Game Pass Ultimate in Zukunft auf die Meta Quest 2 zu streamen. Gesteuert werden die Titel mit einem Xbox-Controller. Die VR-Leinwand fungiert als "großer" 2D-Bildschirm. Ein Launch-Termin von Xbox Cloud Gaming wurde nicht genannt. Apropos Spiele: "Among Us VR" wird am 10. November für Meta Quest 2 erscheinen. "The Walking Dead: Saints & Sinners Chapter 2: Retribution" wird Anfang Dezember veröffentlicht. Die UGC-Sandbox-Plattform "Population: One" von BigBoxVR und das Survivalspiel "Behemoth" von den Macher:innen von "The Walking Dead: Saints & Sinners" wurden gleichermaßen angekündigt.
Auch die Spiele-Erfolge der letzten Monate wurden hervorgehoben. "Bonelab" von Stress Level Zero hat in weniger als einer Stunde die 1-Million-Dollar-Umsatzmarke erreicht und damit den Rekord als am schnellsten verkaufte App in der Geschichte von Meta Quest aufgestellt. Sowohl "Zenith: The Last City" als auch "Resident Evil 4" haben in weniger als 24 Stunden mehr als eine Million Dollar umgesetzt, "Blade & Sorcery: Nomad" hat diese Marke in zwei Tagen erreicht. "The Walking Dead: Saints & Sinners" hat allein auf Meta Quest mehr als 50 Millionen Dollar eingenommen, fast doppelt so viel wie auf allen anderen VR-Plattformen. Seit Mai 2019 wurden insgesamt 1,5 Milliarden Dollar für Spiele und Apps im Meta Quest Store ausgegeben, etwa jeder dritte Titel erzielt Umsätze in Millionenhöhe, erklärt das Unternehmen. Dennoch machen die VR-Software-Einnahmen nur einen Bruchteil des Gesamtumsatzes von Meta aus, und zwar nur knapp 0,6 Prozent laut VentureBeat im Zeitraum der letzten 40 Monate.
Das Metaverse als VR-Arbeitsplatz
Ein großes Thema bei der Meta Connect war das Metaversum als Arbeitsplatz. Angekündigt wurde unter anderem das VR-Headset "Meta Quest Pro" als High-End-Gerät für Unternehmen, das dabei helfen soll, dass sich "Nutzer:innen präsenter fühlen, auch wenn sie räumlich getrennt sind". Die Meta Quest Pro richtet sich zu Beginn speziell an Architekt:innen, Ingenieur:innen, Bauunternehmer:innen und Designer:innen, die gezielt ihre Arbeitsabläufe verbessern wollen. Gamer:innen werden nicht gezielt adressiert. "Langfristig erwarten wir, dass das Gerät eine breite Palette neuer Möglichkeiten eröffnet, um die Arbeit in vielen verschiedenen Branchen und Unternehmen zu erleben und zu verbessern", so Meta. Das 1.500 Dollar teure Gerät setzt auf den Qualcomm Snapdragon XR2 5G, verfügt über 256 GB Speicher, Pancake-Optik und eine Auflösung von 2.160x2.160. Die Akku-Kapazität beträgt 5.000 mAh. Zehn Sensoren und ein IR-Tiefenprojektor für Mixed-Reality sollen das Tracking sicherstellen. Meta verspricht eine klarere Darstellung beim Lesen von Text, 75 Prozent mehr Kontrast als bei der Meta Quest 2 und eine bessere Gewichtsverteilung. "Außerdem bietet Meta Quest Pro flexible Immersionsstufen mit magnetischen Teillichtblockern, um ein intensiveres Erlebnis zu schaffen und beispielsweise für konzentriertes Arbeiten genutzt werden zu können", schreibt das Unternehmen. Last but not least wurden neue Controller präsentiert, die mit einer zusätzlichen Stiftspitze für Schreiben und Skizzieren geliefert werden.
Das virtuelle Büro, Meta Horizon Workrooms (Beta), wird mit neuen Funktionen erweitert, die speziell für Meta Quest Pro entwickelt und optimiert werden. Erwähnt wurden ausdrucksstärkere Avatare durch die nach innen gerichteten Sensoren von Meta Quest Pro für Eye Tracking und Mimik, Haftnotizen für das Whiteboard, Breakout-Gruppen, mehrere Bildschirme im persönlichen Büro, Zoom-Integration und eine Option zur Anzeige von 3D-Modellen in Workrooms.
Meta und Microsoft wollen gemeinsam die Zukunft des Arbeitens gestalten. "Unsere Partnerschaft mit Microsoft wird Meta Quest Pro und Quest 2 mit leistungsstarken neuen Arbeits- und Produktivitätstools ausstatten", heißt es auf der Meta Connect. Angedacht sind immersive Meetings mit Microsoft Teams für Meta Quest, Meta-Avatare in Microsoft Teams, Microsoft Windows 365 für Meta Quest und Microsoft 365 App-Erfahrungen rund um Sharepoint, Word, Excel, PowerPoint und Outlook auf VR-Headsets von Meta. Laut Zuckerberg ist diese Partnerschaft ein wichtiger Bestandteil, "um VR an den Arbeitsplatz zu bringen". Zur weiteren Umsetzung dieses Vorhabens wird ebenfalls mit dem Dienstleistungsunternehmen Accenture zusammengearbeitet. "Accenture wird im kommenden Jahr mit Meta und Microsoft zusammenarbeiten, um Unternehmen dabei zu unterstützen, VR zu nutzen und die Art und Weise zu verändern, wie sie Mitarbeitende einbinden, mit Kunden interagieren oder Produkte und Dienstleistungen im Metaversum entwickeln", erklärt Meta. Mit Autodesk und Adobe (Substance 3D und Acrobat) wird ebenso kollaboriert, um ausgewählte Programme auf Meta-Headsets zu bringen.
Meta: "Unsere Partnerschaften mit Microsoft und Accenture werden uns dabei helfen, VR-Erlebnisse für mehr Menschen am Arbeitsplatz zugänglich zu machen. Wir wissen, dass ein wichtiger Teil davon ist, sicherzustellen, dass Unternehmen Geräte einfach in der gesamten Belegschaft einsetzen und verwalten können. Nächstes Jahr werden wir deshalb Meta Quest for Business auf den Markt bringen, ein Abo-Bundle für Meta Quest Pro und Meta Quest 2, das wesentliche Verwaltungsfunktionen wie Geräte- und Anwendungsmanagement, Premium-Support und mehr enthält."
Marcel Kleffmann