Metro lässt es ruhig angehen
Die Metro AG soll ein führender E-Commerce-Anbieter in Europa werden. Dies hatte der Vorstandssprecher des Untenehmens, Hans-Joachim Körber, noch vor kurzem verkündet. Im Vergleich zu anderen Wettbewerbern scheinen die Investitionen bislang jedoch bescheiden zu sein.
In diesem Jahr investiert die Metro Online AG 70 Millionen Mark in den elektronischen Handel. Zum Vergleich: KarstadtQuelle hat Investitionen in Höhe von 500 Millionen Mark angekündigt. Wie Metro-Vorstand Zygmunt Mierdorf, der derzeit die Onlinegesellschaft kommissarisch leitet, gegenüber der "Financial Times Deutschland" sagte, will sich das Unternehmen zunächst auf enge Zielgruppen spezialisieren und setze vorerst auf den Bereich Cash & Carry. Außerdem sollen zunehmend Spezialangebote für Endverbraucher ins Programm genommen werden.
Onlineangebote von Real-Lebensmittelketten sind demnach vorerst nicht geplant, die Elektronikkette MediaMarkt wird ihr E-Commerce-Angebot auch künftig auf bundesweit gültige Aktionsware beschränken. In den Onlineshop, der erst vor kurzem an den Start ging, hat die Metro AG bislang knapp vier Millionen Mark investiert. Zygmunt Mierdorf zufolge ist der Auftritt von Media-Saturn in erster Linie als "Schaufenster der Marke" gedacht. Ausgangspunkt hierbei ist die Annahme, hochpreisige Artikel wie etwa HiFi-Anlagen würden die Kunden eher im Geschäft kaufen. Zufrieden zeigt sich der Onlinevorstand mit PrimusOnline, dem zurzeit einzigen erfolgreichen Projekt der Metro AG. Das Tochterunternehmen soll nach Angaben Mierdorfs in zwei bis drei Jahren die Gewinnzone erreichen.