Einen Xbox-Store für Mobile-Geräte hält Phil Spencer, Chef von Microsoft Gaming, für vielversprechend, vor allem wenn der Digital Markets Act sowohl Apple als auch Google dazu verpflichten würde, ihre Plattformen zu öffnen.

Microsoft-Gaming-Chef Phil Spencer hat Pläne gegenüber der Financial Times bekräftigt, einen App-Store unter der Xbox-Marke für Android- und iOS-Geräte zu entwickeln. Sie würden sich bereits auf diesen Zeitpunkt vorbereiten, heißt es. Spencer verwies auf den Digital Markets Act, ein neues EU-Gesetz, das Apple und Google dazu verpflichtet, dass Apps nicht nur über den App Store und den Google Play Store angeboten werden. Das Gesetz sieht er als "riesige Chance", für die es sich zu planen lohne.

Der Digital Markets Act wurde im September 2022 vom Europäischen Parlament unterzeichnet. Er tritt am 2. Mai 2023 in Kraft. Ab dann können "digitale Gatekeeper" identifiziert werden, die ihre Marktmacht nutzen, um andere Unternehmen davon abzuhalten, eigene digitale Verdienstmöglichkeiten zu nutzen. Sollten Apple und Google als Gatekeeper identifiziert werden, müssen sie ab dem 6. März 2024 mit der Einhaltung der Vorgaben beginnen, was bedeutet, dass auch andere App-Stores auf iOS- und Android-Geräten installiert werden dürfen. Der 6. März 2024 wäre also der frühste Zeitpunkt für solch einen eigenen Store von Microsoft, sofern keine Berufung eingelegt wird.

"Wir wollen in der Lage sein, Xbox und Inhalte von uns und unseren Drittanbietern auf jedem Bildschirm anzubieten, auf dem jemand spielen möchte", sagt Spencer. Schon vor einigen Wochen hob er hervor, dass die Ausdehnung auf den Mobile-Markt überlebenswichtig für Xbox sei. Microsoft macht sich aber keine Illusionen und erwartet, dass dafür eine grundlegende Änderung des Verbraucherverhaltens erforderlich wäre. Es wird gehofft, dass altbekannte und neue Spiele bzw. Inhalte die Nutzer:innen überzeugen könnten, etwas Neues zu probieren und der Store-Alternative eine Chance zu geben. Und genau hier kommen die Mobile-Titel von Activision Blizzard ins Spiel, denn nach erfolgter Übernahme könnten "Call of Duty: Mobile", "Candy Crush" und "Diablo Immortal" die Nutzung des eigenen Stores attraktiver machen.

Auch Tim Sweeney, Gründer und CEO von Epic Games, reagierte auf diese "große Neuigkeit". Er twitterte, dass "die heutigen PC-Stores von Microsoft, Valve und Epic die führenden Konkurrenten von morgen bei der Ausweitung auf Mobile-Geräte" wären. Laut Sweeney besteht Microsofts Kernmarkt aus weit über einer Milliarde Nutzer:innen (aktiv), aber sie möchten noch weitere Milliarden. Diesen Ehrgeiz schätzt Sweeney.

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Marcel Kleffmann
Marcel Kleffmann is Chief of Content of GamesMarket and our B2B and B2C expert for hardware, market data, products and launch numbers with more than two decades of editorial experience.