Moderne Unterhaltung auf traditionellem Messeboden
Wenn am 29. August die GC - Games Convention in Leipzig für vier Tage ihre Pforten öffnet, könnte das die Geburtsstunde einer neuen Leitmesse der Gamesbranche in Europa sein. Der Grundstein, ein nahezu geschlossener Branchenauftritt, ist gelegt.
Nun wird sich an der Besucherresonanz zeigen, ob sich das millionenschwere Engagement im Osten Deutschlands auszahlt. Es war ein langer Weg bis zur GC - Games Convention. Auf der Suche nach einem geeigneten "Meeting-Point" pilgerte die deutsche Unterhaltungssoftwareindustrie landauf, landab und engagierte sich bei den verschiedensten Veranstaltungen. Nicht immer handelte es sich dabei um "vergebene Liebesmüh".
Grundstein für neue LeitmesseOft lag es einfach an den Umständen, die zur Unzufriedenheit und zur Weitersuche nach einem besser geeigneten Showplatz führten. War die CeBIT Home 1998 vor allem den Fachbesuchern zu laut, sorgten sich auf die Funkausstellung '99 die im Untergeschoss platzierten Publisher um zu wenig Publikumsverkehr. Und bei der Spielwarenmesse, eigentlich noch der erfolgreichste Messeplatz der Gamespublisher in Deutschland, handelt es sich eben um eine reine Fachmesse, noch dazu zu Jahresanfang, wo sowieso kein Producer sagen kann, welches Game zu Weihnachten auch wirklich im Regal stehen wird.
Schlussendlich scheint es jedoch nun, als sei die Branche am Ende ihrer langen Reise angekommen. Dass das Ziel ausgerechnet in Leipzig liegen könnte, hätten wohl die wenigsten gedacht. Schließlich wurde der Standort, trotz seiner über 500-jährigen Geschichte als bedeutender Messeplatz, im Vorfeld der am Ende ausgefallenen CeBIT Home 2000 oft kritisiert.
Doch die Leipziger Messegesellschaft erwies sich flexibler als alle anderen, kam der Branche weit entgegen und räumte der Industrie in Form eines Messebeirats umfangreiches Mitspracherecht ein. In der Folge entstand ein Konzept, das die Lautstärke einer modernen Erlebniswelt ermöglicht und gleichzeitig einen seriösen, ruhigen Businesstreff garantiert. Wie überzeugend dieses Konzept ist, zeigt sich nicht zuletzt an den Modifikationen, die eine CMP Europe an ihrer ECTS, der bisherigen europäischen Leitmesse für interaktive Unterhaltung, vorgenommen hat. Kein Wunder also, dass fast die gesamte deutsche Unterhaltungssoftwarebranche dem Ruf in den Wilden Osten folgt und sich dort mit immensem Aufwand präsentieren wird.
Riesige Stände erwarten die Besucher ebenso wie ein Festival der Bühnenshows, bei denen sich aus Funk- und Fernsehen bekannte Moderatoren eine Schlacht um Zuhörer liefern werden. Josef Rahmen, Geschäftsführer der Leipziger Messe, hat schon frühzeitig erkannt: "Die GC wird keine konservative Messe." Sehen das die Besucher der GC - Games Convention genauso, könnte es tatsächlich zum Wachwechsel an der Spitze der europäischen Gamesmessen kommen.