Neue Grafikkarten von AMD und steigender Umsatz im Gaming-Geschäft
Mit der Radeon RX 7900 XTX und der Radeon RX 7900 XT hat AMD zwei weitere Gaming-Grafikkarten für den High-End-Bereich angekündigt. Das Tech-Unternehmen erzielte im vergangenen Quartal knapp 29 Prozent des Umsatzes im Gaming-Segment, angefeuert von den APUs der aktuellen Konsolen.
Nvidia hat mit der RTX-40er-Reihe vorgelegt und nun hat AMD nachgezogen. Es wurden neue Gaming-Grafikkarten vorgestellt: AMD Radeon RX 7900 XTX mit 24 GB GDDR6-VRAM und Radeon RX 7900 XT mit 20 GB GDDR6-VRAM. Das US-Unternehmen setzt auf ein Chiplet-Design, neu gestaltete Recheneinheiten und die AMD Infinity Cache Technologie der zweiten Generation. Auch die Raytracing-Einheiten wurden aktualisiert. Generell soll die RDNA-3-Architektur auf 5nm-Basis bis zu 54 Prozent mehr Leistung pro Watt als die Vorgängerversion sorgen. Die Grafikkarten werden voraussichtlich ab dem 13. Dezember auf AMD.com und ab Mitte Dezember bei AMD-Boardpartnern erhältlich sein.
Die AMD Radeon RX 7900 XTX soll knapp 1.000 Euro kosten, die AMD Radeon RX 7900 XT wird ab 900 Dollar bereitstehen. Preise für den Euroraum wurden nicht genannt. Damit platziert AMD die Grafikkarten gegen die Nvidia RTX 4080 (ab 1.470 Euro), bringt aber keine Grafikkarte auf den Markt, die gegen die knapp 2.000 Euro teure Nvidia RTX 4090 bestehen soll. Zum Vergleich: Die AMD Radeon RX 7900 XTX hat 12.288 Kerne für FP32-Berechnungen in 96 Recheneinheiten, die Radeon RX 7900 XT liegt bei 10.752 Kernen in 84 Recheneinheiten. Die RTX 4090 von Nvidia hat 16.384 Kerne, die RTX 4080 hat 9.728 CUDA-Cores.
Im Vergleich zum Flaggschiff der vorherigen Generation, der Radeon RX 6950 XT, wird bei der AMD Radeon RX 7900 XTX von einer Performance-Steigerung in 4K-Auflösung um den Faktor 1,5 bis 1,7 je nach Spiel und Raytracing-Nutzung gesprochen, so der Hersteller. Die beiden neu angekündigten Grafikkarten werden die DisplayPort-2.1-Technologie mit UHBR 13.5 unterstützen und schaffen damit, theoretisch, 4K-Gaming mit bis zu 480Hz und 8K-Gaming mit bis zu 165Hz.
Zugleich hat AMD die nächste Iteration von FSR, FidelityFX Super Resolution, zur Hochskalierung - mit temporalen Methoden - angekündigt. FSR 2.2 wird voraussichtlich ab dem 8. November 2022 verfügbar sein, auch in "Forza Horizon 5". Im kommenden Jahr soll FSR 3 mit der AMD Fluid Motion Frames Technologie veröffentlicht werden - als Antwort auf DLSS 3 von Nvidia. Ähnlich wie bei der Nvidia-Technologie sollen ganze Frames generiert und nicht bloß hochskaliert werden. Die Performance gegenüber FSR 2.0 soll sich dadurch fast verdoppeln. Konkrete Details wurden jedoch nicht verraten.
Des Weiteren hat AMD bekannt gegeben, dass ausgewählte Steam-Spiele mit Chromebooks kompatibel sind, sofern diese mit AMD Ryzen 7 5825C und AMD Ryzen 5 5625C Prozessoren und mindestens 8 GB RAM ausgestattet sind. Zu den 50 ausgewählten Titeln gehören unter anderem "Portal 2", "Age of Empires II: Definitive Edition", "Half-Life 2", "The Witcher 3: Wild Hunt", "Civilization V" und "Left 4 Dead 2".
Anfang des Monats legte AMD den jüngsten Geschäftsbericht vor und gab einen Umsatz von 5,6 Milliarden Dollar im dritten Quartal, von Juli bis September 2022, bekannt. Die Bruttomarge lag bei 42 Prozent, der operative Verlust bei 64 Millionen Dollar und der Nettogewinn bei 66 Millionen Dollar. "Die Ergebnisse des dritten Quartals blieben aufgrund des nachgebenden PC-Marktes und der umfangreichen Maßnahmen zum Abbau von Lagerbeständen in der gesamten PC-Supply-Chain hinter unseren Erwartungen zurück", sagte Dr. Lisa Su, Vorsitzende und CEO von AMD. "Trotz des herausfordernden makroökonomischen Umfelds konnten wir unseren Umsatz im Jahresvergleich um 29 Prozent steigern, was auf den erhöhten Absatz unserer Produkte für Rechenzentren, Embedded-Lösungen und Spielkonsolen zurückzuführen ist. Wir sind zuversichtlich, dass wir mit unserem führenden Produktportfolio, unserer starken Bilanz und den anhaltenden Wachstumschancen in den Bereichen Rechenzentren und eingebettete Systeme gut aufgestellt sind, um die aktuelle Marktdynamik zu meistern."
Der Umsatz des Gaming-Segments von AMD betrug 1,6 Milliarden Dollar und stieg damit im Vergleich zum Vorjahr um 14 Prozent, was auf höhere Einnahmen mit Semi-Custom-Produkten (APUs für Konsolen wie PS5 und Xbox Series X|S) zurückzuführen ist, wodurch niedrigere Umsätze mit Grafikkarten ausgeglichen wurden. Das Betriebsergebnis betrug 142 Millionen Dollar oder neun Prozent des Umsatzes, verglichen mit 231 Millionen Dollar oder 16 Prozent vor einem Jahr. Dieser Rückgang ist in erster Linie auf niedrigere Umsätze im Grafikkartenbereich sowie auf Lagerkosten, Preisanpassungen und damit zusammenhängende Belastungen im Grafikgeschäft zurückzuführen. Die operative Marge war vor allem aufgrund der geringeren Umsätze im Grafikkartengeschäft und der höheren Betriebskosten niedriger.
Marcel Kleffmann