Mit einem neuem Handelskonzept will die Einkaufskooperation EK Großeinkauf e.G. den traditionellen Spielwarengeschäften aus der Krise helfen. Schon im kommenden Jahr sollen zwischen 30 und 50 Geschäfte mit dem Namen "project X" ihre Pforten öffnen.

"Das Thema Spielwaren braucht eine Überarbeitung am Markt", stellt Jürgen Eversberg, Vorstandsmitglied von EK, fest. Dem traditionellen Spielwarengeschäft laufen nach seiner Auffassung schon seit Jahren die Kunden weg. "Bei unseren Kindern liegen heute vermehrt Spielkonsolen, PCs und Handys im Trend." Die derzeitige Situation im Spielwarenhandel deute auf eine Entgrenzung der Märkte hin. Das bedeutet, dass sich Fachsortimente vermischen. Mit dem Handelskonzept "project X" sollen nun Unternehmern der Spielwarenbranche neue Marktchancen eröffnet werden. Der neue Geschäftstyp will ein Zentrum sein, wo Kunden zwischen Waren- und Erlebniswelten hin- und herpendeln können und das die Bereiche Toys, Games und Multimedia auf etwa 600 bis 800 Quadratmetern abdecken wird. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Mediabereich, welcher 60 Prozent der Gesamtfläche einnehmen soll. Damit hofft die EK der jungen Generation entgegenzukommen.

"project X"-Märkte werden in verschiedene Abteilungen untergliedert sein (Familie mit Kleinkindern bis fünf, Kinder von sechs bis neun und Jugendliche von zehn bis 17), in denen bedarfsgerechte Sortimente gebündelt werden. Durch einen eigens dafür konzipierten Aufbau des Geschäfts sollen sich alle Altersklassen wohl fühlen und schnell das Gewünschte finden. Eine so genannte Main Street stellt eine räumliche Trennung innerhalb der Einrichtung dar, auf der man dennoch schnell in die einzelnen Abteilungen gelangt. Der Bereich Toys will vor allem kleinere Kinder und ihre Eltern ansprechen und hält klassische Spielwaren bereit, Vario Show und Center Tower sollen die Welt der Werbung sowie Produkthighlights und Sonderangebote an den Mann oder die Frau bringen. Im hinteren Teil des Ladens befindet sich das Actionstudio mit mehreren Spielekonsolen zum Testen und Ausprobieren. Der Bereich Games deckt die elektronische Spielwarenwelt von Spielekonsolen bis hin zur PC-Software ab. In der Media-Ecke warten Computerzubehör und Mobiltelefone auf Käufer; aktuelle Lizenzthemen gibt es im Bereich Trend.

Den Kunden will sich "project X" als Marktplatz der erfolgreichen Marken vorstellen. Das Handelskonzept wurde im Auftrag der EK entwickelt und wird von der EK-Tochter Spiel & Spaß betreut, welche auch als Lizenzgeber der Marke "project X" fungiert. Geschäfte dieses Typs sollen an Standorten entstehen, die ein Einzugsgebiet von mindestens 100.000 Einwohnern haben. In drei Pilotphasen sollen ab Mitte kommenden Jahres die ersten "project X"-Läden entstehen. Bisher investierte die EK in die Entwicklung des Handelskonzepts nach Aussagen von Eversberg "eine Summe im siebenstelligen Bereich". Eine klare Philosophie wird den neuen Geschäftstyp begleiten, erklärt das EK-Vorstandsmitglied: ",project X' kann nur als geschlossenes System von EK-Mitgliedern oder potenziellen Interessenten übernommen werden." Einzelne Konzeptleistungen seien nicht abrufbar. Unternehmer, die sich für "project X" entscheiden, will EK vor allem in den ersten zwei Jahren mit einer speziellen Betreuung unterstützen. Diese umfasst Standortmarketing, Endverbraucherwerbung, Fragen der Sortiments- und Preisgestaltung und Service-Ideen. Auch wenn das Konzept von Spiel & Spaß betreut werde, gehe das gleichnamige Konzept der EK-Tochter nicht verloren, erklärte Bruno Schulz, Geschäftsführer der in Bielefeld beheimateten Firma. "project X" sei ein neuer Baustein, in den kommenden Wochen werde ein separater Bereich dafür bei Spiel & Spaß aufgebaut.

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