Zum dritten (und letztem) Mal schlitzt sich ein Capcom-Samurai durch untote Horden, um dem Dämonenfürsten Nobunaga den Garaus zu machen. Doch diesmal steht der mittelalterliche Held nicht allein: Ein französischer Profi kommt ihm zu Hilfe.

Während Capcoms Vorzeigeserie "Resident Evil" ihrem vierten Teil zustrebt (diverse Remakes und Spin-offs mal außen vorgelassen), darf das mittelalterliche Schlachtfest "Onimusha" als Trilogie in die Videospielhistorie eingehen. Allerdings verabschiedet sich das Samuraiepos nicht heimlich, still und leise: Mit sinnvollen Verbesserungen und hübschen neuen Ideen bereitet Starentwickler Keiji Inafune seiner Schöpfung ein furioses Finale. Zwar geht es ein weiteres Mal gegen den widerlichen Fürsten Nobunaga und seine dämonischen Helfer, doch jetzt ist Samanosuke Akechi - Held der ersten Episode - nicht mehr allein unterwegs. Nachdem er mitten im Kampf auf mysteriöse Weise ins heutige Paris teleportiert wird, trifft er auf den Elitekämpfer Jacques Blanc. Und der darf gerade ausgiebig seiner militanten Profession nachgehen, denn auch die Dämonen sind durch Zeit und Raum in die französische Hauptstadt gereist und richten auf den Champs-Elysées ein Blutbad an.

Es kommt, wie es kommen muss: Nach kurzem Beschnuppern wird Jacques, dem "Ronin"-Darsteller Jean Reno Aussehen und Stimme leiht, gen Japan gebeamt, wo er sich durch typische Wald /Tempel / Festungsszenarien Richtung Nobunaga kämpft. Samanosuke verbringt dagegen die meiste Zeit in Paris, wo er sein Schwert an touristischen Attraktionen wie Eiffelturm, NotreDame oder Triumphbogen schwingt. Beizeiten kämpfen die beiden Helden auch gemeinsam; zudem darf der Spieler kurz in die Rolle von Jacques' Verlobter Michelle schlüpfen. Das bekannte "Onimusha"-Prinzip aus viel Monstermetzeln, ein bisschen Puzzeln und ein wenig Rollen spielen wird in Teil 3 beibehalten. Mit Schwert respektive Peitsche erledigen Samanosuke bzw. Jacques die bizzaren Feinde; anschließend werden deren Seelen via Knopfdruck eingesaugt. Je nach Farbe füllen die bunten Sphäroiden die Energie- oder Specialleiste, der Großteil aber wandert auf ein Seelenkonto. Mit dieser Erfahrungspunkte-ähnlichen 'Währung' werden die Level von Waffen oder Rüstungen erhöht. Bei der Wanderung durch wunderschön gezeichnete Hintergründe, die nicht mehr vorgerendert sind, sondern erstmals in Echtzeit-3D berechnet werden, ist Kämpfen nicht alles.

Kisten, die manchmal über Schiebepuzzles entriegelt werden, enthalten neben Heilkräutern auch Schlüssel und weitere Utensilien, die an anderer Stelle den Weg frei machen. Erheblich anspruchsvoller als die Rätsel sind die Endgegner, denen nur mit Strategie und Ausdauer beizukommen ist. Doch das Spiel hat ein Herz für Versager: Nach dem x-ten Tod wird ein 'Easy'-Modus freigeschaltet. Könner verdienen sich dagegen durch Höchstleistungen jede Menge Extras, darunter neue Heldenklamotten und ein Trailer zu Inafunes kommendem (Capcom)-Titel "Shadow Of Rome". Fazit: "Onimusha 3" ist mehr als nur ein würdiger Abschluss der Samurai-Saga. Eine wunderschöne, effektstrotzende Grafik, die dichte, in vielen Zwischenszenen spannend erzählte Story und der Abwechslungsreichtum bei Helden und Schauplätzen summieren sich zu einem der besten Actiontitel für PlayStation 2.

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