Die Sony-Sparte "Game & Network Services", in der das PlayStation-Geschäft verortet ist, hat einen Rekordumsatz für ein zweites Quartal verzeichnet. Aufgrund von höheren Entwicklungskosten, weniger Third-Party-Verkäufen und Währungseffekten halbiert sich allerdings der operative Gewinn. Nach der Umstellung des PS-Plus-Abomodells gehen zudem die Abonnentenzahlen zurück, obgleich der Umsatz steigt.

Die PlayStation-Sparte "Game & Network Services" erzielte 720,7 Milliarden Yen, knapp 4,95 Milliarden Euro, im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres. Der Umsatz stieg im Zeitraum Juli bis September 2022 um fast zwölf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Es ist das bisher umsatzstärkste zweite Quartal der Gaming-Sparte überhaupt. Positiv auf das Ergebnis haben sich die Wechselkurse ausgewirkt, während Third-Party-Verkäufe zurückgingen. Der operative Gewinn hingegen reduzierte sich im Vergleich zum Vorjahr um 49 Prozent, auf 42,1 Milliarden Yen, etwa 289 Millionen Euro. Der Rückgang wird auf erhöhte Kosten für Game-Development, die Übernahme von Bungie, negative Währungseffekte aufgrund der Dollar-Stärke und weniger Verkäufe von Third-Party-Inhalten zurückgeführt. Allerdings haben sich die Verluste im Hardware-Bereich verringert.

3,3 Millionen PS5-Konsolen wurden im besagten Quartal ausgeliefert - wie schon im zweiten Quartal des vergangenen Jahres. Demnach befinden sich weltweit 25 Millionen PlayStation-5-Konsolen in Umlauf. Zum Vergleich: Im gleichen Zeitkontext hatte sich die PlayStation 4 knapp 29,3 Millionen Mal verkauft. Damit hat Sony von April bis September 2022 insgesamt 5,7 Millionen PS5-Konsolen ausgeliefert. Das angepeilte Ziel für das laufende Geschäftsjahr liegt bei 18 Millionen.

62,5 Millionen Spiele sind auf PlayStation 4 und PlayStation 5 verkauft worden, davon 6,7 Millionen First-Party-Games. Im entsprechenden Quartal des Vorjahres wurden noch 76,4 Millionen Games abgesetzt und 7,6 Millionen First-Party-Titel. Der Anteil der Digitalverkäufe bei Vollversionen liegt bei 63 Prozent. "Marvel's Spider-Man Remastered" wurde als das bisher schnellstverkaufter Sony-Spiel auf dem PC benannt. Mit den letzten beiden Titeln, "Uncharted: Legacy of Thieves Collection" und "Sackboy: A Big Adventure", die beide im Oktober 2022 veröffentlicht wurden, hatte das Unternehmen allerdings nicht so viel Erfolg, vor allem "Sackboy" tut sich schwer auf Steam. Im Vorfeld der Veröffentlichung von "God of War Ragnarök" wurde verraten, dass sich "God of War" aus dem Jahr 2018 über 23 Millionen Mal verkauft hat.

Die Anzahl der PlayStation-Plus-Abonnenten ist im Zuge der Umstellung auf das neue, mehrstufige Abo-System um 1,9 Millionen im Vergleich zum vorherigen Quartal auf 45,4 Millionen gesunken. Das ist die niedrigste Anzahl an PS-Plus-Abonnenten seit Juni 2020. Trotz des Rückgangs der zahlenden Abonnenten erzielte das Segment "Network Services" einen Rekordumsatz von 117,01 Milliarden Yen (+21 Prozent), etwa 803 Millionen Euro. Die neue Preisstruktur des Abodienstes und allgemeine Wechselkurseffekte dürften für dieses Wachstum verantwortlich sein.

Den Ausblick auf das Gesamtgeschäftsjahr hat Sony etwas angepasst. So werden 3,63 Billionen Yen in der Sparte erwartet, circa 24,7 Milliarden Euro, zehn Milliarden Yen mehr als bisher veranschlagt, hauptsächlich bedingt durch Wechselkurseffekte und höhere Einnahmen im Hardware-Bereich durch die Preiserhöhung der PlayStation 5. Die Prognose für den operativen Gewinn wurde um zwölf Prozent nach unten korrigiert (auf 225 Milliarden Yen, ca. 1,5 Milliarden Euro), abermals aufgrund von rückläufigen Verkäufen von Third-Party-Titeln und von Währungseffekten, die mit dem Dollar zusammenhängen.

Der Gesamtkonzern Sony setzte von Juli bis September 2,751 Billionen Yen um (+16 Prozent), was ungefähr 18,9 Milliarden Euro entspricht. Der operative Gewinn stieg um acht Prozent auf 344 Milliarden Yen, etwa 2,36 Milliarden Euro. Die PlayStation-Sparte sorgte also für knapp 26 Prozent der Umsätze und ungefähr zwölf Prozent des operativen Gewinns. Die Ergebnisse der Musik-Sparte hat Musikwoche zusammengefasst. Bei Blickpunkt:Film gibt es eine Übersicht über Sony Pictures.

Marcel Kleffmann

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Marcel Kleffmann
Marcel Kleffmann is Chief of Content of GamesMarket and our B2B and B2C expert for hardware, market data, products and launch numbers with more than two decades of editorial experience.