2022 war ein Übergangs- und Investitionsjahr für Remedy. Aktuell arbeitet das finnische Unternehmen an fünf AAA-Titeln, von denen "Alan Wake 2" als nächstes startklar sein wird. Von 2023 an, soll jedes Jahr ein neues Game auf den Markt gebracht werden.

Im Bericht über das vergangene Geschäftsjahr wird deutlich, wie sehr sich Remedy seit 2017 verändert hat. Damals schlug das Studio den Weg ein, mehrere Projekte gleichzeitig realisieren zu wollen und nicht nur an jeweils einem Game zu arbeiten.

Von Januar bis Dezember 2022 sanken die Umsatzerlöse um 2,5 Prozent auf 43,6 Millionen Euro. Fehlende Releases ließen im letzten Quartal den Umsatz um 31,2 Prozent einbrechen. Das EBITDA des Gesamtjahres betrug 1,9 Millionen Euro, im Vorjahr standen 14,5 Millionen Euro unter dem Strich. Das EBIT belief sich auf -0,6 Millionen Euro. Die Betriebsgewinnmarge betrug -1,3 Prozent des Umsatzes, im Vorjahr waren es noch 25,5 Prozent. Bereits im August 2022 senkte Remedy seine Umsatz- und Betriebsergebnisprognose für das Jahr. "Unser Umsatz und unsere Rentabilität für das Gesamtjahr 2022 wurden durch erhöhte eigene Investitionen in die Spieleprojekte beeinträchtigt", erklärt CEO Tero Virtala. Im April 2022 unterzeichnete Remedy einen Vertrag mit Rockstar Games für ein Remake von "Max Payne" und "Max Payne 2: The Fall of Max Payne". Im November schloss das finnische Unternehmen ein Co-Entwicklungs- und Co-Publishing-Abkommen mit 505 Games für "Control 2".

"Mit dem Jahr 2022 hat für Remedy eine stärkere Investitionsphase begonnen, die sich in den Geschäftszahlen  widerspiegelt. Von den fünf in Entwicklung befindlichen Spielen werden vier Games, die auf Remedy-eigenen Marken basieren, von uns mitfinanziert und ein Spiel wird vollständig von einem Publishing-Partner finanziert. Wenn die Projekte im Jahr 2023 in die nächste Entwicklungsphase gehen, werden auch unsere eigenen Investitionen steigen. Unsere Barmittel beliefen sich zum Jahresende auf 49,0 Millionen Euro, was uns eine angemessene Kapitalallokation beim Übergang zur Kofinanzierung weiterer Projekte und zur Übernahme einer größeren Rolle bei der Veröffentlichung der Titel ermöglicht", so CEO Virtala.

Aktuell befindet sich "Alan Wake 2" in Vollproduktion, mit Epic Games Publishing als Partner. Der Titel ist bereits von Anfang bis Ende spielbar und soll 2023 erscheinen. "Alan Wake Remastered" hingegen, das im Oktober 2021 veröffentlicht wurde, hat bisher noch keine Einnahmen (Royalties) für Remedy generiert. "Wir erwarten jedoch, dass die Verkäufe steigen werden, da die Veröffentlichung von "Alan Wake 2" unmittelbar bevorsteht und Fans und neue Spieler die ursprüngliche Geschichte auf Konsolen der neuen Generation erleben wollen", so der CEO.

"Control 2" ist im Januar 2023 in die Proof-of-Concept-Phase eingetreten. "Codename Condor", das erste Game-as-a-Service von Remedy, befindet sich ebenfalls in dieser Phase. Das Kern-Gameplay wird als solide beschrieben. "Wir bauen das richtige Team und Produktionsmodell für das Spiel auf und schreiten geduldig mit der Entwicklung voran. Gemeinsam mit unserem Partner 505 Games haben wir großes Potenzial in Condor gesehen". "Condor" ist ein Multiplayer Spin-Off von "Control". Der Free-to-Play-Koop-Shooter "Codename Vanguard" ist auch in der Proof-of-Concept-Phase. Die Teamleitung hatte sich entschieden, das Spiel länger in dieser Phase zu halten und die Erweiterung des Entwicklerteams auf 2023 zu verschieben. Aktuell wird noch an Kernerfahrung, Metaprogress und der Verwendung der Remedy-typischen Erzählweise gearbeitet. Das Remake von "Max Payne 1 & 2" befindet sich weiterhin in der Konzeptphase.

"Wir haben jetzt fünf AAA-Spiele in der Entwicklung, was unser ehrgeiziges Ziel war. Die Umstellung auf dieses Multiprojektmodell ist gut verlaufen, aber wir haben auch einige Wachstumsschmerzen bei der Umsetzung unseres Modells gespürt, was sich teilweise im Sommer 2022 durch den zusätzlichen Zeitaufwand für das "Codename Vanguard" gezeigt hat", meint Virtala. Daraufhin wurden Änderungen vorgenommen, zum Beispiel die Teams gestärkt, Führungsrollen angepasst, einige Outsourcing-Partnerschaften geändert und die Planung der Projektarbeit optimiert. "Wir haben die Art und Weise weiterentwickelt, wie die Unternehmensleitung unsere Spielprojekte beaufsichtigt, überwacht und unterstützt", sagt er weiter. Laut Virtala hat sich die Anzahl an neu eingestellten Personen im Vergleich zu 2021 fast verdoppelt: "Es ist uns auch gelungen, unsere Mitarbeiter zu halten und weiterzuentwickeln. (...) Unser Studio in Stockholm erhöht zudem unsere Präsenz und Attraktivität als Arbeitgeber in Schweden." Aktuell beschäftigt das Unternehmen knapp 330 Mitarbeitende.

Die fünf Projekte, die bei Remedy parallel in Entwicklung sind, beschreibt der CEO jeweils als AAA-Titel, von denen vier auf einer Remedy-eigenen Marke basieren. In drei Fällen ist Remedy Co-Publisher, was ihnen mehr Möglichkeiten bei der Vermarktung der Spiele gibt. Ab 2023 soll jedes Jahr ein neues Spiel veröffentlicht werden, begleitet von zusätzlichen kostenlosen und kostenpflichtigen Inhalten.

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Written by

Marcel Kleffmann
Marcel Kleffmann is Chief of Content of GamesMarket and our B2B and B2C expert for hardware, market data, products and launch numbers with more than two decades of editorial experience.