SCED-GF Manfred Gerdes stand videobiz Rede und Antwort in Sachen Verleihverbot der PS 2-Software.

videobiz: Für die Software der PlayStation 2 räumen Sie dem Verleihhandel in Deutschland kein Vermietrecht ein. Warum?

Manfred Gerdes: Es gibt gute Gründe, dieses Verleihrecht nicht einzuräumen, da die Erfahrungen in der Vergangenheit gezeigt haben, dass wir uns in diesem Bereich mehr Schaden zufügen als Gewinne erwirtschaften. Die wesentlichen kritischen Punkte sind zum einen "Test & Buy"; das heißt in der gängigen Praxis, wer nach dem Verleihvorgang kauft, bekommt die Verleihgebühr auf den Kaufpreis angerechnet. Zum anderen wird der Verleih von vielen Konsumenten dazu missbraucht, auf kostengünstigem Wege an die Software zu gelangen, um dann Raubkopien zu brennen! Hinzu kommt, dass wir vor dem Hintergrund Verleihhandel ernsthafte Probleme mit Verkaufskunden haben, die wir davon abhalten müssen, ebenfalls Produkte zu verleihen. Die sehen ganz klar eine Bevorzugung der Videotheken, die sowohl verleihen als auch verkaufen dürfen, was wiederum zum Punkt "Test & Buy" zurückführt.

videobiz: Wie verhält es sich mit der "alten" PlayStation-Software. Bleibt dem Handel hier das Verleihrecht erhalten?

Manfred Gerdes: Zur Zeit haben wir Verträge, die bis zum Ende unseres aktuellen Geschäftsjahrs laufen, die wir einhalten werden. Wie wir uns am 1. April 2001 entscheiden werden, ist heute noch nicht mit Bestimmtheit festzulegen, allerdings denken wir auch über die Verleihsituation für die PSone nach.

videobiz: Wie sieht es beim Verkauf von PlayStation-Hardware und -Software aus? Ist der Verleihhandel hier noch Ihr Partner oder nicht?

Manfred Gerdes: Wir können uns durchaus vorstellen, über den Verleihhandel zu vermarkten, wenn die notwendigen Voraussetzungen gegeben sind, die sich durch eine klare und eindeutige Abtrennung des Verleih- vom Verkaufsgeschäfts darstellt. Das heißt aber nicht, im Verleihoutlet eine Verkaufsecke einzurichten und dann doch zu verleihen. Wir haben dem Verleihhandel schon vor einigen Jahren angeboten, ein vernünftiges Konzept zu präsentieren. Das ist nicht geschehen. Von unserer Seite wurde bisher viel investiert, aber dieses Geschäft hat sich, wie schon gesagt, für uns nicht gerechnet.

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