Die Sony Corporation hat dieser Tage umfassende Pläne zur Neuorganisation des Unternehmens vorgelegt. Der japanische Multikonzern will sich künftig als "Personal Broadband Network Solutions Company" präsentieren.

Hintergrund sei es, den kommenden Anforderungen der Breitbandära offensiv entgegenzutreten und sich damit rechtzeitig auf die neue Consumer-Zeitrechnung ab "roundabout" 2005 einzustellen. Erste Schritte seien bereits erfolgt, dazu zähle u. a. die so genannte "4Network Gateway"-Strategie. Diese lege das Fundament für die Verknüpfung von Sony-Endgeräten mit verschiedenen Netzwerklösungen. Weiter zählten die Ausweitung der Halbleiterentwicklung und der Entwurf eines netzwerkkompatiblen Content-Geschäftsmodells dazu. Die nun geplante Neuorganisation treffe alle fünf Unternehmensbereiche gleichermaßen, namentlich die Geschäftsfelder "Electronics", "Entertainment", "Games", "Internet/Communication Services" und "Financial Services".

Geplant sei vorerst die Schaffung einer neuen Unternehmensspitze. Diese setze sich aus dem Sony-Topmanagement mit Nobuyuki Idei, Kunitake Ando, Teruhisa Tokunaka zusammen. Zur Dreierspitze sollen in den nächsten Wochen und Monaten noch zu benennende Manager stoßen. Hauptaufgabe der Riege soll es sein, globale Unternehmensressourcen sinnvoll zusammenzuführen und einzusetzen. Unter der Firmenspitze soll eine neue Managementplattform installiert werden. Darunter fallen Abteilungen, wie beispielsweise Finanzen, Personalverwaltung, die Rechtsabteilung oder der eigens geschaffene Bereich Intellectual Copyright. Diese Plattform soll als Wissens- und Supportpool der weltweit agierenden Sony Group fungieren.

Als weiterer Schritt sollen derzeit getrennte, jedoch im Kern ähnliche Geschäftsfelder zusammengeführt werden. So sollen in einem ersten Schritt die Bereiche Games und Internet/Communication Services mit dem Unterbereich Electronics Hardware vereint werden. In der Entwicklung und Produktion will Sony den Fokus dann auf userfreundliche Endgeräte aus einer Fusion von AV/IT-Produkten mit Kommunikationstechnologien legen.

Auch im Bereich internes/externes EDV-System will Sony zulegen. Derzeit arbeite Sony Finance International in Japan mit einer Netzwerkapplikation namens "Direct e-Scott", die sich als zuverlässiges und sicheres EDV-System erwiesen habe. Im Moment tüftle man an einer internationalen Standardisierung des Systems u. a. für die Bereiche Rechnungsführung, Authentifizierung und Copyright Protection. Das gemeinsame Programm soll die Inhousekommunikation verstärken und vor allem Arbeitsabläufe optimieren.

Ein interessanter Punkt findet sich unter der Überschrift "Creating New Forms of Entertainment to Intergrate Hardware, Content and Services": die Entwicklung eines PlayStation-Netzwerks. Sony Computer Entertainment wird - wie bereits bekannt - durch ein Abkommen mit NTT DoCoMo die PlayStation-Konsolen mit der "i-mode"-Technologie verbinden sowie eine netzwerktaugliche Festplatte auf den Markt bringen (Stichwort: HDD). Ein weiteres Detail war jetzt die Ankündigung, dass PS.com, SFI und SCN gemeinsam an Lösungen für das Networkbusiness arbeiten.

Interessant wird es aber auch bei Distribution und Logistik. Dazu zählt u. a. der digitale Vertrieb von Filmen und Musik. In den USA teste Sony Pictures Entertainment derzeit verschiedene Onlinevertriebssysteme. In Japan werde unter dem Namen "AII" eine Distributionsplattform entwickelt.

Aber auch neue Bereiche sollen als Onlinegeschäftsfelder gewonnen werden, so etwa Netbank, ein Onlinefinanzservice, der mit voller Banklizenz im Juni 2001 an den Start gehen soll.

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By Stephan Steininger 2 min read