Auch Sony Computer Entertainment (SCE) nutzte den Messevortag, um PlayStation 2-Titel von Third-Parties vor großem Publikum präsentieren zu lassen, wobei auch etliche facts & figures zum bisherigen Sony-Erfolg im Konsolenbusiness gereicht wurden.

Mit kurzen Ausschnitten und Videosequenzen vorgestellt wurden die mit bombastischen Grafiken aufwartende RPG-Fortsetzung "Final Fantasy X", das kunterbunte Jump'n'Run "Jak&Daxter"  des "Crash Bandicoot"-Entwicklers Naughty Dog und, last but not least, der Antigravitationsracer "WipEout Fusion", in dessen abwechslungsreiches Streckendesign auch Loopings eingebaut wurden. Trailer zu "Gran Turismo 3 A-Spec" und "The Getaway", das mit wilden Verfolgungsjagden in den realistisch nachgebildeten Locations der Londoner Innenstadt einen besonderen Spielspaß verspricht, durften hier nicht fehlen.

Emotion-Engine zeigt endlich ihr Potenzial

Für Belustigung sorgte die Vorführung von Capcom, wie man seine Gegner bei "Devil May Cry" auf besonders makabre Art aus dem Weg räumen kann. Zusammen mit den Neuheiten am Stand ergab sich ein vielschichtiges Angebot, das zudem die viel zitierte zweite Softwaregeneration einläutet und somit ob der besseren Grafikperformance selbst kritischen Beobachtern Respekt abgewinnen sollte. Welches Potenzial die Emotion-Engine der PS2 birgt, demonstrierte Interplay/Virgin Interactive mit "Baldur's Gate: Dark Alliance". Obwohl erst seit wenigen Monaten in Entwicklung, offenbarte das actiongeladene Rollenspiel im Stil von "Diablo" stimmige Lichteffekte und eine atemberaubende Darstellung von Wasseroberflächen, die zugleich ein grafisches Highlight der E3 markierte.Im Wissen um die immer bessere Nutzung der Emotion-Engine sowie die langjährigen Kontakte zu marktbestimmenden Publishern und die eigene Marketingpower, zeigte sich SCE gegenüber den Premieren der beiden Mitstreiter gelassen. Auch soll die inzwischen technisch nicht mehr ganz aktuelle PSone, deren weltweite Abverkäufe im Zuge der Markteinführung des Nachfolgers laut Firmenangaben einen deutlichen Schub erfahren haben, softwaretechnisch auch weiterhin mit einem vielfältigen Titelangebot versorgt werden.

Die unterhaltsamste Veranstaltung am Messevortag lieferte indessen Nintendo. So vermied es der sichtlich gut gelaunte "Mario"-Erfinder Shigeru Miyamoto, die technischen Leistungsmerkmale der erstmals öffentlich präsentierten GameCube-Konsole aufzuzählen. Stattdessen ließ Miyamoto Spielausschnitte aus seinem neuesten Meisterwerk, "Luigi"s Mansion", für sich sprechen. Bei dem mit erstklassigen Grafikeffekten und witzigen Gimmicks gespickten Abenteuer muss der beliebte Held Luigi ein Haus mittels Taschenlampe und umgehängtem Staubsauger von lichtscheuen Gespenstern befreien. Grafisch noch atemberaubender präsentierte sich die Weiterentwicklung des N64-Hits "Super Smash Brothers". "Super Smash Bros. Melee", mit bekannten und neuen Charakteren und das auf den ersten Blick skurril anmutende "Pikmin".

Nintendo bleibt seinen Tugenden treu

Bei dem ebenfalls von Mastermind Miyamoto geschaffenen Spiel der besonderen Art gilt es, ganze Heerscharen der titelgebenden Pflanzenwesen durch Wald und Wiesen zu dirigieren, um nach und nach die Teile eines gestrandeten Alien-Raumschiffs einzusammeln. Auch der überaus putzig inszenierte Genremix zeigt deutlich, dass Nintendo trotz des enormen Leistungspotenzials von GameCube seine Tugenden nicht über Bord geworfen hat: beste Familienunterhaltung mit originären Inhalten zu produzieren, bei der der Spaßfaktor im Vordergrund steht. Nicht unbedingt originär, aber überaus lustig und vor allem grafisch mehr als bestechend war die am Messestand ausgestellte GameCube-Adaption "Wave Race Blue Storm" des N64-Jetski-Rennspiels. Sowohl die optische Darstellung als auch die physikalische Umsetzung des Wassers dürfen als einzigartig bezeichnet werden.


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