Square Enix hat Erfolg im MMO-Bereich, "Guardians of the Galaxy" schwächelt
Der Verkaufsstart von "Marvel's Guardians of the Galaxy" blieb hinter den Erwartungen von Square Enix zurück. Erste Vertriebsinitiativen nach Release trugen jedoch Früchte. Die Online-Rollenspiel-Sparte konnte sich dank "Final Fantasy XIV" und "Endwalker" stark behaupten.
Square Enix hat nach der Präsentation der Geschäftsergebnisse von April bis Dezember 2021 (3Q FY2022/3) nun auch das Protokoll der Investorenkonferenz und der Q&A-Session veröffentlicht. Bei der Ergebnisvorstellung ging Yosuke Matsuda, Präsident und CEO von Square Enix, auch auf den Verkaufsstart von "Marvel's Guardians of the Galaxy" am 26. Oktober 2021 ein: "Trotz guter Kritiken blieben die Verkäufe des Spiels zum Launch hinter unseren ursprünglichen Erwartungen zurück. Die im November 2021 gestarteten und im neuen Jahr fortgeführten Vertriebsinitiativen haben jedoch zu einem Umsatzwachstum geführt - und wir beabsichtigen, den Umsatz weiter zu steigern, um den schleppenden Launch des Titels auszugleichen." Konkrete Maßnahmen der Vertriebsinitiativen erwähnte er nicht, aber Ende November und im Dezember wurde das Spiel unter anderem mit einem 35-Prozent-Rabatt auf Steam angeboten. Download-Erweiterungen sind übrigens nicht geplant. Apropos Marvel: "Marvel's Avengers" wurde in dem Dokument gar nicht erwähnt.
Die Markteinführung von "Final Fantasy VII Remake Intergrade" im Epic Games Store auf PC wurde auf Nachfrage eines Investors von Matsuda so beschrieben: "Wir haben eine gute Resonanz erlebt. Ich kann nicht auf die genauen Gründe eingehen, warum wir uns für den Epic Games Store entschieden haben, aber unsere Entscheidung war das Ergebnis einer vergleichenden Analyse einer Vielzahl verschiedener Faktoren."
Der Nettoumsatz im MMO-Segment ist im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, und zwar aufgrund des "deutlichen Wachstums" der zahlenden Abonnenten von "Final Fantasy XIV" und dem Release der jüngsten Erweiterung "Endwalker", die am 7. Dezember 2021 veröffentlicht wurde. Die Resonanz der SpielerInnen auf den Launch war so groß, dass Square Enix Mitte Dezember den Verkauf der Starter Edition sowie der Complete Edition von "Final Fantasy XIV Online" eingestellt hatte, um die Server-Last zu senken und den Ansturm zu kanalisieren. Ende Januar ist der Verkauf wieder aufgenommen worden. Matsuda geht davon aus, dass das Spiel auch im laufenden Kalenderjahr für gute Umsätze sorgen wird. Außerdem soll das Datenzentrum in Europa in zwei Stufen ausgebaut werden, um der "deutlich steigenden Zahl an Spielerinnen und Spielern gerecht zu werden. Aufgrund der weltweiten Knappheit an Halbleitern dauert die Beschaffung von Server-Hardware auch hier Zeit, so dass die erste Stufe voraussichtlich im Juli 2022 und die zweite im Sommer 2023 implementiert werden soll", heißt es weiter.
Naoki Yoshida, Producer und Director von Final Fantasy XIV Online: "Während der Übertragung des neuesten Briefs des Produzenten LIVE setzte Producer und Director Naoki Yoshida besonderes Augenmerk auf bestimmte Neuerungen für Final Fantasy XIV Online, die darauf abzielen, das Online-RPG weiterzuentwickeln. Neben langfristigen Plänen wie einer verbesserten Grafik soll das Spiel zukünftig nicht nur zusammen mit anderen Spielerinnen, sondern auch im Alleingang genossen werden können. (...) Ab Patch 6.1 wird das ?Seite an Seite?-System im Spiel weiter ausgebaut. Diese Funktion macht es möglich, ausgewählte Dungeons des Hauptszenarios zusammen mit einer Gruppe verbündeter NPCs in Angriff zu nehmen. So kann die Geschichte in Ruhe ausgekostet werden, ohne auf andere Spielerinnen zur Gruppenbildung angewiesen zu sein. (...) Yoshida bestätigte außerdem in einem längerfristigen Blick in die Zukunft, dass die erste grafische Aktualisierung des Spiels in Arbeit ist. Angefangen mit dem nächsten Erweiterungspaket sollen Verbesserungen eingeführt werden, denen weitere folgen werden. Geplant ist eine Optimierung der visuellen Darstellung von Charakteren und Spielwelt, welche Aspekte wie eine höhere Auflösung von Texturen, verbesserte Materialienqualität und aufgewertete Licht- und Schatteneffekte umfasst."
Square Enix hat in den ersten neun Monaten (April bis Dezember) 273,627 Milliarden Yen umgesetzt, ungefähr 2,1 Milliarden Euro - ein Steigerung um 7,9 Prozent. Die operativen Betriebseinnahmen liegen bei 50,1 Milliarden Yen, knapp 385 Millionen Euro. 211,6 Milliarden Yen (1,63 Milliarden Euro) des Umsatzes und 49,4 Milliarden Yen (379 Millionen Euro) der operativen Geschäftseinnahmen stammen aus dem Bereich "Digital Entertainment".
Der Löwenanteil des Umsatzes, 97,8 Milliarden Yen, wurde im Bereich "Games for Smart Devices/PC-Browser" erzielt. "Trotz einer etwas schwächeren Performance der bestehenden Titel, stieg der Nettoumsatz im Vergleich zum Vorjahr, was zum Teil auf eine Änderung der Grundsätze bei der Rechnungslegung zurückzuführen ist", heißt es vom Publisher. Das HD-Segment mit PC- und Konsolen-Spielen steuerte 65,5 Milliarden Yen bei. Obwohl in den neun Monaten fast 29,45 Millionen Spiele verkauft wurden, konnte das Unternehmen nicht an die Erfolge des Vorjahres anknüpfen (40,35 Millionen Verkäufe, unter anderem dank "Marvel's Avengers" und "Final Fantasy VII Remake" auf PlayStation 4). Das dritte und letzte Digital-Entertainment-Segment "MMO" setzte 48,2 Milliarden Yen um - eine starke Steigerung im Vergleich zu den 29,5 Milliarden Yen aus dem Vorjahr. In diesem Bereich sind "Final Fantasy XIV" und "Dragon Quest X" verortet.
Im März 2022 wird Square Enix drei weitere Spiele veröffentlichen: "Babylon's Fall", "Triangle Strategy" und "Stranger of Paradise: Final Fantasy Origin".