Studie über Denkmuster von Raubkopierern vorgestellt
Eine von Microsoft in Auftrag gegebene Studie der Universität Witten / Herdecke hat die Motivation von privaten Raubkopierern untersucht und dabei eine deutliche Diskrepanz zwischen vorhandenem Rechtsbewusstsein und individuellem Raubkopierverhalten festgestellt.
Microsoft hat die bei der Universität Witten / Herdecke in Auftrag gegebene Studie "Digitale Mentalität" vorgestellt, in deren Rahmen vor allem Motivation und Denkmuster privater Raubkopierer untersucht wurden. Die Studie förderte eine deutliche Diskrepanz zu Tage: 98 Prozent aller befragten PC-Nutzer sind nicht der Meinung, dass Software ein freies Gut ist. Dennoch nutzen zwei Drittel von ihnen nach eigenen Angaben privat Raubkopien. Laut Studie lassen sich die PC-Nutzer im Hinblick auf Kopierintensität und -motivation in vier Gruppen unterteilen: PC-Freaks (zehn Prozent; durchschnittlich 25 Jahre alt), Hobby-User (33 Prozent; durchschnittlich 29 Jahre alt), Pragmatiker (50 Prozent; durchschnittlich 34 Jahre alt) und PC-Profis (sieben Prozent; durchschnittlich 38 Jahre alt). Auf Raubkopien greifen vor allem die PC-Freaks und Hobby-User zurück. Ein weiteres Ergebnis der Studie: Während die kommerzielle Nutzung von illegaler Software weitgehend abgelehnt wird halten die meisten der Befragten eine private Nutzung für wenig verwerflich. In Zahlen ausgedrückt: 86 Prozent aller Befragten sind dafür, den Verkauf von Raubkopien zu bestrafen; 85 Prozent stufen die Nutzung nicht lizenzierter Software in Unternehmen als Straftat ein. Eine Strafe für die private Nutzung von Raubkopien befürworten hingegen nur 22 Prozent; 78 Prozent lehnen diese ganz ab.