Publisher Atari und Developer Starbreeze greifen nach den Sternen: in einem atemberaubenden SF-Shooter, der vor allem von seiner Hauptfigur lebt - dem erbarmungslosen Killer Riddick.

Was macht Schurken in Filmen und Videospielen so anziehend? Schon häufig haben Forscher aus den Medienwissenschaften versucht, die Faszination des Bösen zu ergründen. In aller Regel endet die Analyse mit der Feststellung, dass weniger die Grausamkeit attraktiv wirkt, als vielmehr kompromisslose Zielstrebigkeit. Die Figur des Richard B. Riddick wäre dafür ein Paradebeispiel.

In der SF-Produktion "Pitch Black" als unberechenbarer Killer mit außergewöhnlichen kämpferischen Fertigkeiten eingeführt, hat sich der von Vin Diesel dargestellte Charakter inzwischen über den Nachfolger "Chronicles of Riddick", das dazugehörige Comic, einen Zeichentrick-Kurzfilm und nicht zuletzt das PC- bzw. Xbox-Game "Escape From Butcher Bay" ein Millionenpublikum erobert - auch weil Riddick doch immer wieder menschliche Seiten zeigt.

Killer auf der Flucht

Der Egoshooter "Assault On Dark Athena" schließt die Lücke zwischen "Escape from Butcher Bay" und "Pitch Black". Ort der Handlung: ein gewaltiges Raumschiff namens "Dark Athena". Es dient dem Zweck, Menschenleiber zu sammeln und zu versklaven. Unter dem Kommando des weiblichen Captains Gale Revas durchquert das Schiff den Kosmos, raubt Menschen und gliedert sie in eine Armee so genannter Mentaldrohnen ein. Wie passt nun Riddick ins Bild? Nach seiner geglückten Flucht aus dem Gefängnis "Butcher Bay" findet er sich auf eben diesem Sammelschiff wieder. Mit Hilfe des Spielers soll ihm erneut die Flucht gelingen.

Von anderen Egoshootern unterscheidet sich "Assault on Dark Athena" durch eine Reihe von Facetten, beispielsweise die häufigen Tempowechsel: Schießen und schleichen, Tarnen und Täuschen gehören zum Handwerkszeug, ebenso wagemutige Kamerafahrten. Wechsel von der Ich- in die Third-Person-Perspektive betonen die Dramatik hinterhältiger Attentats-Szenen.

Licht und Schatten

Als Grundlage dient eine technisch überarbeitete Version der "Starbreeze Engine" aus "The Darkness". Sie wird zwecks fesselnder Portraitierung der Figuren auf naturgetreue Gestik und Mimik getrimmt. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den Licht- und Spezialeffekten. Riddick vermag mit Hilfe seiner Augenimplantate im Dunkeln zu sehen, was spannende Anschleich- und Nahkampfsituationen zur Folge hat.

Die Spielmechanik erlaubt auch das Umgehen etwaiger Herausforderungen, gelegentlich lassen sich anschwellende Konflikte sogar ausdiskutieren. Experimentierfreudige können darüber hinaus die Kontrolle über Mentaldrohnen übernehmen und sie beispielsweise als Schutzschild nutzen.

Adults only

Die kompromisslose Zurschaustellung solcher Szenen unterstreicht die Zielsetzung des Herstellers: "Assault on Dark Athena" ist anspruchsvolle SF-Action für Erwachsene, die nicht zuletzt erzählerisch überzeugen möchte. Wer die Figur des Riddick näher kennenlernen will: Das Vorgängerspiel "Escape from Butcher Bay" ist als visuell und inhaltlich überarbeitete Fassung im Paket enthalten.

Starbreeze hat die Arbeiten an "Assault on Dark Athena" weitgehend abgeschlossen, Atari plant die Veröffentlichung auf PlayStation 3, Xbox 360 und PC im Frühjahr 2009.

Nachgefragt bei Jerk Gustafsson, dem leitenden Designer

» Sie versprechen eine Spieldauer von mehr als 20 Stunden. Ziemlich viel für heutige Verhältnisse. Was kann man erwarten?

Sicherlich das umfangreichste Riddick-Paket, das es je gab. "Assault on Dark Athena" vereint die in jeder Hinsicht optimierte Fassung des Vorgängerspiels für die Xbox mit der komplett neuen "Dark Athena"-Kampagne. Wer Teil Eins bereits kennt, muss diesen nicht zwingend spielen und wählt den neuen Storystrang direkt im Hauptmenü - wenngleich solchen Spielern dann viele grafische Verbesserungen und interessante Erfolge bzw. Trophäen entgehen. Darüber hinaus integrieren wir einen umfangreichen Mehrspielermodus, zu dem es bald Neues gibt.

» Wenn Sie eine Gameplayfacette hervorheben müssten, welche wäre das?

Ganz klar die Ghost-Drohnen. Diese an sich recht dummen Patrouille-Einheiten kann Riddick auf dreierlei Art zu seinem Vorteil nutzen: Erstens dienen erledigte Drohnen ihm als Waffenlieferant, verfügen sie doch über ein in ihren Arm integriertes Geschütz. Einziger Nachteil: Da das Geschütz fest mit dem Drohnenarm verwoben ist, muss Riddick zwecks Waffenbenutzung die tote Einheit durch die Gegend zerren. In einem solchen Fall dient die Drohne jedoch gleichzeitig als Fleisch-gewordenes Schutzschild.

Ferner ist es möglich, die Drohnen selbst zu steuern, um auf diese Weise allerlei Unheil anzurichten. Dazu muss der Spieler lediglich die Kontrolle für das entsprechende Steuerungsterminal erlangen.

» Ein Vorzeigeprojekt der Starbreeze Studios ist und bleibt "The Darkness". Wie geht es damit weiter?

Aktuell haben wir keine internen Pläne für einen zweiten Teil von "The Darkness". Ich kann allerdings auch nicht sagen, ob nicht bereits ein anderes Studio an diesem Projekt arbeitet. Aktuell nutzen wir einfach jede Minute, um am "Dark Athena"-Paket zu feilen. Dazu zählt auch die Überarbeitung frustrierender Passagen aus "Escape from Butcher Bay". Ein Grund mehr, das Remake zu spielen.

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