Tiktok-Firma ByteDance schließt laut Quellen Spielestudios
Laut Quellen der South China Morning Post fährt ByteDance sein noch bis 2021 massiv erhöhten Bemühungen im Gaming deutlich zurück. Mehrere Studios sollen mit Entlassungen fast der kompletten Belegschaft zu kämpfen haben. ByteDance soll damit auf neue Jugendschutz-Regularien in China reagieren.
ByteDance, die in Beijing ansässigen Inhaber von TikTok, haben nach Quellen der South China Morning Post "Hunderte von Mitarbeiter:innen" aus dem erst kürzlich massiv erweiterten Gaming-Bereich des Unternehmens entlassen. Bereits im Juni schloss ByteDance 101 Studios und entließ dabei ca 100 Mitarbeiter:innen. Nun berichtet die South China Morning Post informiert durch eine:n interne:n Informant:in, über Entlassungen "fast aller" Angestellten beim Shanghai-Studio Wushuang. Eine der Quellen berichtete außerdem von Entlassungen bei Jiangnan Studio in Hangzhou.
Mit den Kürzungen gehen auch einige gecancelte Spielprojekte einher. ByteDances Studios sollen jedoch bereits erschienene Games weiterhin unterstützen können. Ein VR-Titel, der bei 101 in Entwicklung gewesen sein soll, soll laut dem Report vom ebenfalls kürzlich erst akquirierten VR-Studio Pico aufgegriffen werden.
Die Kürzungen zeigen einen Richtungswechsel bei ByteDance an. Noch im letzten Jahr hatte das Social-Media-Unternehmen zur Diversifikation seiner Standbeine massiv auf die Spieleindustrie gesetzt und mit seiner eigenen Publishing-Marke Nuverse begonnen, die derzeit weiterhin bestehen soll. Ein Statement von ByteDance steht derzeit noch aus.
Die berichteten Entlassungen und Schließungen gehen auf die Initiative der Regierung in der Volksrepublik China zurück, die mit neuen Regulierungen der Gaming-Industrie das Spielverhalten der Bürger:innen zu beeinflussen. Die Regulierungen verlangen von Publishern und Developern, Jugendschutzmaßnahmen in Form von täglichen Ausgabelimits für In-Game-Purchases, Spielzeitrestriktionen und klare Meldeverläufe bei Online-Missbrauch. Unternehmen soll es damit schwerer gemacht werden, minderjährige Spieler:innen monetär auszunutzen und sie mit Abhängigkeitsmechaniken an ihre Spiele zu binden.
Pascal Wagner