Die von Wirtschaftsprüfern und Börsendiensten erstellten "Todeslisten" über am Neuen Markt geführte Unternehmen sorgen an der Börse für Unruhe. Firmen wie Buch.de und edel music setzen sich zur Wehr.

Schlechte Stimmung herrscht am Neuen Markt, seit PricewaterhouseCoopers (PwC) Anfang Juli erklärte, dass acht von 56 Internetwerten bald das finanzielle Aus drohe. Der Warnung folgten so genannte "Todeslisten", die von den Börsendiensten Platow und Prior veröffentlicht wurden. Die Folge waren deutliche Kurseinbrüche. Jetzt wehren sich betroffene Unternehmen: Buch.de widersprach dem Platow-Brief, in dem behauptet wurde, die liquiden Mittel der Firma würden nur 5,5 Mio. Mark betragen. Laut Pressesprecher Michael Urban sind es 30,5 Mio. Mark. Zudem wolle man den Jahresumsatz durch Sortimentserweiterung auf CDs, Videos und Geschenkartikel auf 18 Mio. Mark steigern.

Einen "Fehler durch schlechte Recherchen" nannte das Internetauktionshaus Ricardo.de die Platow-Listen. Zuletzt brachte der Nachrichtendienst vwd auch die eigentlich dort nicht aufgeführte edel music AG mit den "Todeslisten" in Verbindung. Vorstandsvorsitzender Michael Haentjes sagte, durch diese Berichterstattung werde "das Kapital unserer Aktionäre vernichtet". Erst nachdem die Firmen ihre Liquidität mit Zahlen belegt hatten, konnten sich mehrere der Kurse wieder leicht erholen.

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