Um zum "Big Player" im Bereich Echtzeitstrategie zu avancieren, hat TopWare eine Reihe von Produkten angekündigt. Gleichzeitig gehen die Mannheimer auch in puncto Preis neue Wege: Ab Herbst sollen A-Titel-Neuerscheinungen für 30 Euro über die Ladentheken gehen.

TopWare hat sich ein ambitioniertes Ziel gesteckt: Der Mannheimer Publisher will im hart- umkämpften, absatzstarken Segment Echtzeitstrategiespiele zum "Big Player" werden. Auf Produktseite setzen die Mannheimer auf eine Art Dachmarkenstrategie. Ganz oben steht dabei das Universum von "Earth 2150", dem Nachfolger des erfolgreichen Spiels, mit dem TopWare '97 ins Gamesgeschäft eingestiegen ist. Geplant ist die Veröffentlichung mehrerer Titel, die alle dem "Earth 2150"-Universum entstammen.

Zum Auftakt soll im September dieses Jahres "The Moon Project" erscheinen; später sollen "World War III" und "Earth 3" folgen. Für "The Moon Projekt" plant TopWare massives Marketing, mit dem für den Titel über den Releasetermin hinaus Aufmerksamkeit erreicht werden soll. Details zur geplanten Kampagne wollen die Mannheimer in Kürze nennen. "The Moon Projekt" bildet aber nicht nur den Auftakt zur neuen Produktstrategie, sondern ist gleichzeitig auch Startschuss für eine neue Preispolitik: "Aufgrund der aktuellen Marktlage haben wir uns für eine aggressivere Vermarktung unserer Software entschieden", erklärt Dirk P. Hassinger, Vorstandsvorsitzender von TopWare.

So will der Publisher ab September alle A-Titelneuerscheinungen zu einem empfohlenen VK von 30 Euro, also rund 60 Mark, vermarkten. Damit kehrt TopWare quasi zu seinen Anfängen im Spielemarkt zurück: "Earth 2140" wurde '97 mit dem branchenunüblichen VK von 49,95 im Handel angeboten. Laut Hassinger haben aber "diverse Umstände", wie die Gründung des Spielelabels TopWare Interactive, TopWare veranlasst, die Preise den damaligen Marktpreisen anzupassen. "Inzwischen hat uns die Realität eingeholt, denn der Kunde ist nicht mehr länger bereit, für ein Computerspiel 99,95 Mark auszugeben", begründet Hassinger die neue Preispolitik.

"Abverkäufe verdoppeln"

Entertainment Markt sprach mit Dirk P. Hassinger, Vorstandsvorsitzender von TopWare, über die neue Preispolitik:

Entertainment Markt: Ab September will TopWare bei hochwertigen Spielen in der Erstvermarktung einen Preis von 30 Euro einführen. Welche Auswirkungen erhoffen Sie sich auf die Absatzmengen?

Dirk P. Hassinger: Wir gehen davon aus, dass wir die Abverkäufe verdoppeln können. Unser Profit wird zwar durch den geringen Abgabepreis etwas reduziert, aber der Deckungsbeitrag bleibt im Endeffekt gleich oder steigt sogar.

EM: Wie hat der Handel auf die neue Preispolitik reagiert?

Hassinger: Wir führen gerade Gespräche mit unseren Handels-partnern. Bislang gab es keine negativen Reaktionen.

E M: Rechnen Sie damit, dass anderer Publisher Ihrem Beispiel folgen?

Hassinger: In der Tat, davon gehen wir aus. Erste Ankündigungen gab es ja bereits. Bisland sind wir jedoch die ersten, die auch handeln.

EM: Würde ein generell niedrigerer Preis Ihrer Meinung nach die Zahl der Outlets steigern, in denen Software im Stammsortiment geführt wird?

Hassinger: Es ist keine Frage der Outlets. Die Frage lautet hier: "Wie kann ich den Kunden dazu bewegen, wieder verstärkt Spiele zu kaufen?" Eine Antwort darauf sehen wir in unserer neuen Preispolitik.

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