Im vergangenen Jahr hat Twitch über eine Milliarde Dollar an Streamer:innen ausgeschüttet und einige Verbesserungen an der Plattform vorgenommen. 2023 sollen Werbesteuerung, Analysedaten und Community-Engagement weiter optimiert werden. Zudem gibt es neue Möglichkeiten für Stream-Werbung.

In einem offenen Brief stellte Twitch die ersten Pläne zur Verbesserung der Videostreamingplattform vor. Zunächst begannen aber Chief Product Officer Tom Verrilli und Chief Monetization Officer Mike Minton mit einem Rückblick auf das vergangene Jahr. So wurden 2022 mehr als eine Milliarde Dollar an Twicher-Streamer:innen weltweit ausgeschüttet. "Wir haben in mehr als 130 Ländern und für 95 Prozent der Streamer, die mit ihren Inhalten Geld verdienen, einen niedrigeren Mindestbetrag für Auszahlungen in Höhe von 50 Dollar eingeführt. So konnten 300.000 Streamer ihre erste Auszahlung erhalten und weitere 39 Prozent der Streamer werden jetzt jeden Monat bezahlt, im Vergleich zu der Zeit, als der Mindestbetrag bei 100 Dollar lag", heißt es. Zudem wurde ein Belohnungsprogramm für Werbung (AIP) gestartet, mit dem Streamende zuverlässiger Einnahmen durch Werbung erzielen sollen. Zum Halbjahr wurde die Beteiligung bei der Aufteilung der Werbeeinnahmen auf 55 Prozent angehoben. Bessere Analysemöglichkeiten im Creator-Dashboard, transparentere Spendenstreams und neue Tools für Community-Interaktionen wurden ebenfalls hervorgehoben.

2023 sollen neue Produkte und Tools eingeführt werden, mit denen die Streamer:innen "einfacher Geld verdienen" können, ohne dadurch das Wachstum der Community zu beeinträchtigen. Vorgesehen sind neue Möglichkeiten für Stream-Werbung auf und außerhalb von Twitch. Mit neuen Tools sollen Streamer:innen ihre Clips für Kurzvideos im Hochformat bearbeiten und exportieren können, um sie auf gängigen Social-Media-Plattformen zu veröffentlichen. Gleichermaßen soll die Wiedergabe von Clips und Links zu Livestreams auf Twitter optimiert werden. Zuschauer:innen sollen Streams einfacher entdecken können, beispielsweise durch Pinned Clips, mit denen Streamer:innen bis zu 20 Clips auf ihrer Kanalseite anpinnen können. Der Bereich "Anstehende Streams" wird auf die mobilen Twitch-Apps ausgeweitet.

Auch die Werbesteuerung soll verbessert werden. So sind Verbesserungen am Werbungsmanager geplant, damit Streamer:innen besser einsehen und steuern können, wann Anzeigen abgespielt werden. Die Möglichkeiten zur Deaktivierung von Werbung, zum Beispiel vor dem Stream, sollen angepasst werden. "Das Bild-in-Bild-Format soll auf den Großteil der Pre-Roll Werbung angewendet werden. Zusätzlich wird nach weiteren Optionen gesucht, Zuschauende über anstehende Werbung im Stream zu informieren und ihnen die Möglichkeit zu bieten, Mid-Roll-Videowerbung zu pausieren", schreibt das Unternehmen.

Ansonsten sind Verbesserungen des "Guest Star Features" für eine einfachere Zusammenarbeit zwischen Streamer:innen, eine bessere Einbindung der Community durch Alerts und umfangreichere Analysedaten vorgesehen, zum Beispiel konkrete Daten zu Tagen und Uhrzeiten, die sich am besten zum Streamen bestimmter Spiele und Kategorien eignen sollen. Eine Twitch-eigene Messaging-Option und ein Tool für Fragerunden mit den Zuschauenden sollen die Kommunikation mit der Community ergänzen.

Twitch: "Unser erster Schritt auf dem Weg zu einer wirkungsvollen Sponsoring-Lösung sind Funktionstests mit einer kleinen Auswahl von Streamern. Dadurch möchten wir effektivere und zuverlässigere Sponsorenverträge auf Twitch erreichen, die für den Streamer gewinnbringender und für die Marke wirkungsvoller sind. Streamer können Kanal-Designs und anklickbare Markengrafiken nutzen, um Markenressourcen in ihren Streams, über dem Chat und an anderen Stellen auf ihrer Kanalseite zu platzieren und so ein weniger störendes und ansprechenderes Sponsoring-Erlebnis zu schaffen. Sobald wir eine zufriedenstellende Lösung gefunden haben, werden wir sie auf mehr Streamer ausweiten."

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Written by

Marcel Kleffmann
Marcel Kleffmann is Chief of Content of GamesMarket and our B2B and B2C expert for hardware, market data, products and launch numbers with more than two decades of editorial experience.