Ubisoft bestätigt gesenkte Prognose und erwartet starkes FY23-24
Nach der Senkung der Prognose für das laufende Geschäftsjahr blickt Ubisoft optimistisch auf 2023-24. Auch die Ergebnisse der letzten neun Monate wurden präsentiert, vor allem "Rainbow Six Siege" und die Titel aus der Assassin's-Creed-Reihe zeigten sich robust, während hinter den Kulissen das Unternehmen agiler gemacht wird.
Die jüngste Senkung der Geschäftsprognose von Ubisoft ist knapp ein Monat her (GamesMarkt berichtete). Nun legte der französische Publisher den Bericht für das dritte Quartal 2022-23 und den Zeitraum von April bis Dezember 2022 vor. In den neun Monaten wurde ein Umsatz in Höhe von 1,504 Milliarden Euro (IFRS 15 Sales) verzeichnet, 6,1 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2021-22. Die Nettobuchungen lagen bei 1,426 Milliarden Euro - fast die Hälfte, knapp 727 Millionen Euro, stammt aus den letzten drei Monaten, obwohl Ubisoft nur wenige neue Titel in dem Zeitraum veröffentlicht hatte. 84,8 Prozent der Nettobuchungen waren digital und davon fallen 59 Prozent in den PRI-Bereich, also von wiederkehrenden Nutzer:innen. Der Back-Katalog ist für 53 Prozent der Nettobuchungen verantwortlich.
Hervorgehoben werden "Rainbow Six Siege" und die Titel aus der Assassin's-Creed-Reihe. Der Teamtaktik-Shooter hatte im dritten Quartal eine mehr als 30-prozentige Steigerung des Umsatzes von den täglich aktiven Nutzer:innen und ein zweistelliges PRI-Wachstum in den ersten neun Monaten im Vergleich zum Vorjahr vorzuweisen. Die Anzahl der aktiven Spieler:innen von "Assassin's Creed" stieg in den ersten neun Monaten um 30 Prozent und es wurden neue Rekorde bei der Spieleraktivität erreicht. Bei "Mario + Rabbids: Sparks of Hope", das im Oktober 2022 veröffentlicht wurde, wird die positive Resonanz von Spieler:innen und Presse hervorgehoben, auch wenn es hinter den anfänglichen Erwartungen zurückblieb. Aufgrund von DLC-Inhalten und positiver Mundpropaganda erwartet der Publisher, dass das Spiel ein langfristiger Verkaufserfolg sein wird.
Das Unternehmen bestätigt ebenfalls seine Finanzziele, wonach die Nettobuchungen für das Gesamtjahr 2022-23 um mehr als zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr sinken und das Betriebsergebnis (Non-IFRS) einen Fehlbetrag von etwa 500 Millionen Euro aufweisen wird. Für 2023-24 wird ein starkes Umsatzwachstum und ein Betriebsergebnis von etwa 400 Millionen Euro erwartet. Im nächsten Geschäftsjahr werden unter anderem "Assassin's Creed Mirage", "Avatar: Frontiers of Pandora", "Tom Clancy's Rainbow Six Mobile", "Tom Clancy's The Division Resurgence", "Skull and Bones", "The Crew Motorfest" und ein "weiteres großes Spiel" erscheinen.
Ubisoft-CEO Yves Guillemot hebt im begleitenden Statement hervor, dass sie entschlossen wären, das Unternehmen agiler zu machen, um es besser an "neue Marktbedingungen" anpassen zu können. Zusätzlich werden Bemühungen zur Kostensenkung und Initiativen zur Verbesserung der Vorhersagbarkeit von Produktionen bzw. Ergebnisse erwähnt. Der Schwerpunkt soll auf große Marken und langlebige Live-Spiele gelegt werden. "Ebenso wollen wir "The Division" mit der Veröffentlichung von "The Division Resurgence" für Mobile, ebenfalls im nächsten Geschäftsjahr, einem größeren, globalen Publikum zugänglich machen", so Guillemot, zumal noch mit "The Division Heartland" ein Free-to-Play-Action-Survival-Shooter mit PvEvP-Fokus für Konsole und PC in Produktion ist. Auch der plattformübergreifende technische Testlauf des Free-to-Play-Arena-Shooters "XDefiant" hat begonnen.
Die Ubisoft-Teams in Montreal und Quebec, die federführend für "Assassin's Creed Origins", "Assassin's Creed Odyssey" und "Assassin's Creed Valhalla" verantwortlich waren, werden ihre Best Practices und Produktionswerkzeuge für andere Ubisoft-Marken zur Verfügung stellen. "In den letzten 18 Monaten haben wir dieses Best-in-Class-Produktionssystem auf die Produktionspipelines unserer anderen Marken übertragen, um eine bessere Vorhersehbarkeit in Bezug auf Qualität, Innovation und zeitgerechte Ausführung zu erreichen. Wir sind überzeugt, dass dies in Zukunft einen bedeutenden Einfluss auf die Produktion aller unserer Marken haben wird", heißt es von Ubisoft.