Die britische Spieleindustrie erwirtschaftete 2004 einen positiven Handelsüberschuss von nahezu 200 Mio. Pfund und hängte damit die Film- und TV-Branche ab. Dennoch stehe es nicht so gut um die Branche, wie es die Zahlen andeuteten, findet die ELSPA.

Großbritannien ist der größte Gamesmarkt in Europa. Nirgendwo wird mehr umgesetzt, nirgendwo sonst entstehen derart viele Spiele. Der britische Staat profitiert mittlerweile erheblich von den Produkten der Branche. 2004, so belegen Screen-Digest-Daten, die im Auftrag des britischen Branchenverbands ELSPA erhoben wurden, erzielte die Branche einen Handelsüberschuss von 197 Mio. Pfund (ca. 283 Mio. Euro) und verwies damit die TV- und Kinobranche auf die Plätze. Während 2004 Spiele im Wert von 291 Mio. Pfund (rund 419 Mio. Euro) eingeführt wurden, gingen Games made in England im Wert von 488 Mio. Pfund (ca. 703. Mio. Euro) in alle Welt.

Dennoch gehe es den britischen Entwicklern nicht sonderlich gut, meint Roger Bennett, Director General der ELSPA: "Unsere Kreativität ist unsere große Stärke. Immer häufiger müssen wir allerdings mit ansehen, wie diese Kreativität aufgrund von fehlenden Finanzierungsmöglichkeiten oder schlicht aufgrund besserer Arbeitsbedienungen an andere Standorte verloren geht." Hier sei der Staat gefordert, so Bennett. Es sei an der Zeit, der Gamesbranche die gleiche Aufmerksamkeit zu widmen, wie sie TV- und Filmproduzenten seit jeher erhalten würden. Zudem werde in anderen Staaten teils erheblich investiert, um die High-Tech-Branche Spieleentwicklung zu unterstützen.

2004 waren in Großbritannien rund 22.000 Menschen in der Spieleindustrie beschäftigt. Während damit die Gesamtzahl seit 2000 zwar um 7,5 Prozent angestiegen ist, seien in der Spieleentwicklung Stellen abgebaut worden. Auf gut sechs Prozent beziffert die ELSPA den Stellenschwund aus den vergangenen vier Jahren.

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