Die US-Unterhaltungssoftwarebranche ist nach einem neuen Bericht des National Institute on Media and the Family schwarzes Schaf bei der Einhaltung von Jugendschutzbestimmungen. Sowohl Handel als auch Industrie erhielten durchweg schlechte Noten.

The National Institute on Media and the Family hat kurz vor Weihnachten ihren neuesten Jugendschutzbericht für die US-Unterhaltungssoftwarebranche vorgelegt. Der Report, vorgestellt unter anderem von Senator Joseph Lieberman, wirft sowohl der Industrie als auch dem Handel Nachlässigkeiten bei der Einhaltung von Jugendschutzbestimmungen vor. Insgesamt wurde die Branche mit einem "F" bewertet, der schlechtesten Note im US-amerikanischen Schulsystem. Grund für das miserable Zeugnis sei unter anderem die weitere Zunahme von gewaltdarstellenden Spielen. Das Ratingsystem des Entertainment Software Rating Board (ESRB) wurde mit einem "D" bewertet.

Scharfe Kritik an Handel & Industrie

Trotz der in den letzten Jahren vollzogenen Nachbesserungen bei der Alterseinstufung von Computer- und Videospielen sei es immer noch "störend", dass Kinder und Jugendliche vor Games für Erwachsene nicht in genügendem Ausmaß geschützt würden. Sein Fett weg bekam vor allem Acclaim für "BMX XXX". In diesem Fall sei es unverständlich, dass der Spieletitel vom ESRB nicht mit der Altersfreigabe "Adults Only" bewertet wurde.

Vorwürfe gegen das ESRB gab es auch hinsichtlich der schlechten Schulung des Verkaufspersonals. In einer Umfrage des Instituts gaben nur 77 Prozent der Händler an, das derzeitige Ratingsystem zu verstehen. Wiederum mit einem "F" wurde der Handel hinsichtlich der Einhaltung von Jugendschutzbestimmungen bewertet. Nur 70 Prozent aller Geschäfte würden sich beim Verkauf konsequent an die vorgegebenen Alterseinstufungen halten. Im Fazit fordert der Bericht die Branche dazu auf, über ihre bisherigen Lippenbekenntnisse hinaus für ein System einzustehen, das Kinder und Jugendliche vor Erwachsenenspielen schütze. Das ESRB müsse zudem angemessen auf die Kritik reagieren und nochmals deutliche Nachbesserungen am Ratingsystem vornehmen. Das Bundesinstitut empfiehlt der ESRB die Vorreiterrolle in der Schaffung eines unabhängigen, universell einsetzbaren Ratingsystems für Games, Film und Fernsehen zu übernehmen.

Darüber hinaus wurden Sony Computer Entertainment und Nintendo dazu aufgerufen, dem Beispiel Microsofts zu folgen und eine Art Kindersicherung in ihre Spielekonsolen zu integrieren. An die Adresse von Verkauf- und Verleihhändlern gewandt, forderte das Institut die strikte Einhaltung der Jugendschutzbestimmungen. Auch Eltern sollten sich mehr über die Spielevorlieben ihrer Kinder informieren. Last but not least ging eine Empfehlung auch an das Advertising Review Council. Die US-Werbeaufsicht solle weitere Richtlinien für das Marketing und die Bewerbung von Computer- und Videospielen aufstellen.

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