USK: Pfeiffer-Kritik zurückgewiesen
Langjährige Gutachter der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) reagieren mit Unverständnis auf eine aktuelle Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen, demzufolge es bei der Altersfreigabe von Computer- und Videospielen zu eklatanten Fehlern komme.
In einer aktuellen Studie, aus der erste Auszüge vorliegen, erhebt das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) schwere Vorwürfe gegen die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle. Da die Prüfer die zu testenden Programme nicht in Gänze begutachten würden, käme es in der Altersfreigabe regelmäßig zu eklatanten Fehleinschätzungen. Insgesamt 72 Spiele haben sich die Tester des KFN zur Brust genommen und auf Grundlage eines neu entwickelten Begutachtungsschemas eine Beurteilung erstellt. Bei gut 40 Prozent der Spiele kam es dabei zu abweichenden Urteilen zur USK-Einstufung, so KFN-Leiter Dr. Christian Pfeiffer.
In Berlin regte sich umgehend Widerstand gegen den erneuten Vorstoß des KFN. Der langjährige USK-Prüfer und Diplompädagoge Gerald Jörns wies vor allem den Vorwurf weit von sich, die USK-Prüfer könnten ihrerseits durch den Konsum entsprechender Spiele bereits abgestumpft sein. Da USK-Gutachter weder an der Studie des KFN teilgenommen noch befragt worden wären, würden die Vorwürfe jeglicher Grundlage entbehren.
In der Politik schlägt die Studie derweil erste Wellen. Bayerns Innenminister Günther Beckstein nannte die Ergebnisse gegenüber "Spiegel online" alarmierend. Mit der aktuellen Studie schüttet Pfeiffer erneut Wasser auf die Mühlen derjenigen, die für ein Verbot so genannter "Killerspiele" in Deutschland werben. Inwieweit dies der Diskussion in den Fachausschüssen des Deutschen Bundestags Vorschub leisten wird, bleibt abzuwarten. Erst kürzlich musste Pfeiffer vor dem Kulturausschuss des Bundestags eine herbe Schlappe hinnehmen, nachdem sich Presseberichten zufolge Politiker sämtlicher im Bundestag vertretener Parteien ablehnend zum angestrebten Verbot äußerten.