Variety: FTC plant Workshop zum Thema Lootboxen
Das Thema Lootboxen steht in den USA weiter auf der Agenda. Die Medienwächter der FTC planen laut einem Medienbericht einen öffentlichen Workshop, halten sich bezüglich einer offiziellen Untersuchung aber weiter bedeckt. Dabei könnte ihr Urteil entscheidend sein.
Die Federal Trade Commission, die FTC, ist der oberste Wettbewerbshüter aber auch Medienwächter der USA. Und sie hat der Gamesbranche mehr als einmal Paroli geboten. Sony warf sie einst die Behinderung einer freien Distribution vor, als diese strengere Regeln für Zwischenhändler einführte. Take-Two rügte die FTC seinerzeit wegen des "Hot Coffee"-Mods. Und die Gamesbranche insgesamt wurde um die Jahrtausendwende wegen ihrer Werbepraktiken kritisiert, wonach gewaltdarstellende Spiele in den USA bewusst und gezielt in Kinder- und Jugendmedien beworben wurden. Nun beschäftigt sich die FTC mit dem Thema Looboxen. Doch ob es hier zu ähnlich harschen Worten wie damals bei der Werbung kommen wird, ist unklar. Wie das US-Medium "Variety" berichtet plant die FTC 201 einen öffentlichen Workshop zum Thema, hält sich aber bezüglich einer Untersuchung bedeckt.
"Variety" stützt den Bericht auf einen Brief von FTC-Chef Joseph Simons an die Senatorin Maggie Hassan, der dem Magazin vorliegt. Hassan hatte das Thema vor fast einem Jahr für sich entdeckt und das Entertainment Software Rating Board (ESRB), das US-Pendant zur USK, eingeschaltet. Sie drohte damals bereits auch die FTC einzuschalten, falls das ESRB keine aus ihrer Sicht angemessenen Maßnahmen ergreift. Vor drei Monaten sagte Simons öffentlich, dass sich die FTC mit dem Thema beschäftigen wird. Laut Variety fragte Hassan vor einem Monat schriftlich bei Simons nach einem Zwischenstand der "Untersuchungen". Der jetzige Brief sei dessen Antwort auf die Anfrage.
In dem Brief soll Simons den öffentlichen Workshop angekündigt haben, ohne sich jedoch auf einen Zeitplan festgelegt zu haben. Auch zum Thema Untersuchung ließ er Hassan im Unklaren. Das Magazin zitiert Simons wie folgt: "Ich teile Ihre Sorgen bei Thema Lootboxen, aber ich kann ihre spezifischen Fragen zu jedweder nicht öffentlichen Untersuchung nicht beantworten."
Auch wenn Simons sich bedeckt hält klar ist: Das Thema Loot Boxen beschäftigt die obersten Medienwächter der USA. Und ihr Urteil könnte entscheidend sein. Denn nicht nur die US-Politik hört der FTC sehr genau zu, ihre Einschätzungen werden auch von diversen Organisationen für Klagen gegen Unternehmen aus allen Bereichen genutzt. Die börsennotierten US-Publisher werden - wie einst beim Thema Werbung - also sehr penibel darauf achten, was die FTC zum Thema sagt.