In drei Studien hat die britische Informa Media-Gruppe verschiedene Segmente aus der Entertainmentbranche unter die Lupe genommen. Das eindeutige Resultat: In der Spielebranche ist weltweit der größte Umsatz zu machen.

Gleich drei Studien zu Marktsegmenten der Unterhaltungsmedien hat die Londoner Informa MediaGruppe im Juni vorgelegt. Unabhängig voneinander wurde die Entwicklung der Games-, der Kino- und der Onlinemusikbranche analysiert.

Starkes Wachstum bei Online und iTV

Das Ergebnis sollte zumindest die Vertreter der Gamesindustrie optimistisch in die Zukunft blicken lassen. Inklusive aller Teilaspekte, wie Onlinegaming, Mobile Gaming, aber auch Arcade- und Konsolenhardware, werde der weltweite Umsatz von etwa 50 Mrd. Dollar in 2001 auf satte 85,7 Mrd. Dollar steigen. Zum Vergleich werden sich etwa die weltweiten Boxoffice-Umsätze in diesem Jahr laut Informa auf 17,5 Mrd. Dollar belaufen. Die hier gemachte Prognose für das Jahr 2010 geht von einem Umsatz von 23,8 Mrd. Dollar aus.

Ein weitere Vergleichsmöglichkeit bietet Informa durch den "Music on the Internet"-Bericht. Die britischen Marktforscher sagen dem Onlinemusikgeschäft ein kräftiges Wachstum voraus, das zu einem Umsatz von 9,6 Mrd. Dollar im Jahr 2006 führen werde. Da der Onlinebereich laut Informa dann einen Anteil von rund 20,8 Prozent am Gesamtmusikmarkt haben soll, ergibt sich für die Musikbranche 2006 ein weltweiter Umsatz von etwa 46,6 Mrd. Dollar. Damit hätte die Spieleindustrie die Musikbranche sogar überflügelt.

Welche Einflüsse aber führen zu diesem Wachstum? Die Informa Group kommt in ihrem Report zu dem Schluss, dass weit mehr als nur die neue Konsolengeneration - verkörpert durch PlayStation 2, Xbox, Game Cube und Game Boy Advance - den Markt vorantreiben würden. So beziffern die Marktforscher den Umsatzanteil von Internet, Interactive TV (iTV) und Mobiltelefonen 2001 kumuliert etwa auf zwei Prozent. Bis 2006 sollen diese Bereiche zusammen etwa 27 Prozent des Gesamtumsatzes der Gamesbranche generieren. "Die Hardcoregamer werden mit Sicherheit nützlich sein, um diese neuen Angebote zu entwickeln und aufzubauen", erklärt Stuart O"Brien von Informa. "Ihre langfristige Rentabilität hängt aber davon ab, ob sie in der Lage sein werden, ein breites Publikum anzusprechen." Trotz des Wachstums in den neuen Sparten geht der Informa-Bericht davon aus, dass auch 2006 der Konsolenmarkt das umsatzstärkste Geschäftsfeld in der Spielebranche sein wird und dass 2006 mit Konsolenhardware und -software rund 32,6 Mrd. Dollar Umsatz erzielt werden können. Dabei soll der Softwareumsatz deutlich stärker zulegen als der Hardwareumsatz.

Eine eher schlechte Nachricht haben die Marktforscher für den PC-Spielemarkt und das Arcadegeschäft: Während die Umsätze an den Spielautomaten zurückgehen sollen, kann der PC-Sektor zumindest noch ein kleines Umsatzplus über die nächsten fünf Jahre vorweisen. Allerdings wird die Lücke zwischen Konsole und PC erheblich stärker auseinander klaffen, so zumindest die Meinung der Informa-Mitarbeiter. Adam Thomas, Koautor des Berichts, sieht mit den neuen wachsenden Sektoren im Spielegeschäft vor allem die Bedeutung und damit die Fokussierung der Branche auf Hardcoregamer schwinden. Insbesondere das Spielen über Mobiltelefone und den Fernseher trage dazu bei, dass die Branche eine größere Zahl von Konsumenten ansprechen werde, als es heute der Fall ist.

Konsolen bleiben Hauptumsatzbringer

Neben der Umsatzprognose für die einzelnen Geschäftssegmente beschäftigt sich der Informa-Bericht auch mit den Umsatzgrößen nach Regionen. Tendenziell gehen die Marktforscher von einer weiteren Globalisierung des Gamesgeschäfts aus. So werde der US-Markt seine Position als Nummer eins unter den Regionen bis 2006 verlieren. Der Anteil der USA am Weltumsatz der Branche werde von derzeit 31 auf 28 Prozent, der von Kanada von vier auf drei Prozent sinken. In der Summe käme der nordamerikanische Kontinent damit auf 31 Prozent. Im Vergleich dazu werde der Anteil Europas von jetzt 30 auf 33 Prozent anwachsen. Für Asien und den pazifischen Raum prognostiziert Informa für 2006 einen Umsatzanteil von 26 Prozent. Alle anderen Territorien würden kumuliert auf etwa zehn Prozent kommen.

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