Versagen die Eltern beim Jugendschutz?
USK, Industrie und Handel wird seit Jahren der schwarze Peter in Sachen Jugendschutz zugeschoben. Wie das Hamburger Jugendmarktforschungsunternehmen tfactory aber herausgefunden haben will, sind die Eltern das schwächste Glied in der Kette.
Viele Eltern wissen nicht, was ihre Kinder vor dem Rechner treiben, bemängelt das Hamburger Jugendmarktforschungsunternehmen tfactory in seiner neuesten Jugendstudie. Allzu oft könnten Jugendliche und Kinder an Spiele geraten, die nicht für ihr Alter bestimmt seien. So hätten bereits 21 Prozent der 11- bis 12-Jährigen, fast die Hälfte aller 13- bis 14-Jährigen und gut 40 Prozent der 15- bis 16-Jährigen "Counter-Strike" gespielt, obwohl der Titel nicht für diese Altersgruppen freigegeben ist. Ähnliche Nutzerdaten ließen sich auch bei anderen Titel wie z.B. "Doom" oder dem indizierten "Return to Castle Wolfenstein" ermitteln. Die Problematik betreffe vor allem männliche Jugendliche, auch wenn die Berichterstattung über "Counter-Strike" den Vivendi-Titel auch unter Mädchen bekannter gemacht habe. 20 Prozent der weiblichen Jugendlichen hätten inzwischen Bekanntschaft mit dem Egoshooter gemacht.
Den schwarzen Peter schieben die Hamburger Marktforscher dabei den Eltern zu. 80 Prozent der Kids spielten die Spiele im elterlichen Haushalt. "Solange die Eltern nicht mitziehen und auch in den eigenen vier Wänden für die Durchsetzung von Schutzbestimmungen sorgen, steht der Jugendschutz auf verlorenem Posten", formuliert Studienleiter Bernhard Heinzelmaier. Viele Eltern würden sich scheinbar nicht dafür interessieren, "was da im Zimmer ihrer Sprösslinge so über den Bildschirm flimmert." Hier müsse angesetzt werden. Mit verstärkter Elternbildung könnte dem Thema die Brisanz genommen werden, so Heinzelmaier.