Vom Insidertipp zum Top-Ten-Dauergast. "Software nur zu Spitzenprodukten'
Was lange währt, hat endlich Erfolg. Das könnte das Motto für die CD-ROM "Neues von Pettersson und Findus" vom Verlag Friedrich Oetinger sein. Im April landete der Titel erstmals unter den Top Ten der Kindersoftwarecharts von Media Control.
Hauptgeschäftsfeld von sollen aber Bücher bleiben. CD-ROMs für Kinder als Massenware? Das ist im Verlag Friedrich Oetinger verpönt. "Wir bieten nur zu herausragenden Produkten auch eine Software an", sagt Pressesprecherin Frauke Wedler.
Eine Unternehmenspolitik, die sich als erfolgreich erweist. Ein Beispiel ist die CD-ROM "". Im April stieg sie erstmals in die Top Ten der deutschen Kindersoftwarecharts von Media Control ein. Längst hat sich der Titel von seinem früheren Status als Insidertipp gelöst. Seit seinem ersten Erscheinen im Herbst des Jahres 1999 hat er sich annähernd 100.000 mal verkauft. Den Erfolg begründet Frau Wedler mit der ersten CD-ROM und den Büchern zu "Pettersson und Findus", die ebenfalls im Verlag Friedrich Oetinger erscheinen. Denn nur wenn ein Titel als Buch erfolgreich sei, habe er bei dem in Hamburg ansässigen Verlag eine Chance, auch als CD-ROM zu erscheinen.
Inzwischen sind die beiden Figuren offenkundig sehr beliebt. Und das nicht nur bei Kindern. "Sogar Eltern haben Spaß daran", so Pressesprecherin Wedler. Darauf habe man beim Spiel "Neues von Pettersson und Findus" ebenso geachtet wie auf Abwechslung, getreu dem Konzept: "Qualität setzt sich durch." Daher sei die CD-ROM auch kaum beworben worden. Durch Mundpropaganda und gute Besprechungen in der Presse habe er sich zu einem Selbstläufer entwickelt. Auch auf der Oetinger-Homepage werden Pettersson, Findus und andere Figuren aus dem Verlag bald beworben.
Im Sommer sollen die Internetseiten von Oetinger fertig sein. Nach Auskunft von Frauke Wedler werden sie auch Informationen über Autoren wie Astrid Lindgren und Paul Maar enthalten. Werke dieser Schriftsteller erscheinen bei Oetinger. Ob ein Fanclub und Gewinnspiele zu "Pettersson und Findus" auf der Homepage eingerichtet werden, sei derzeit noch unklar. Auf die Möglichkeit, online CD-ROMs und Bücher zu bestellen, verzichtet Oetinger aber bewusst. Die Medien sollen weiterhin nur über den Handel erhältlich sein. Der Verlag vertreibt seine Titel im Buchhandel und in eng an den Handel angelehnten Bereichen. Für andere Vertriebssektoren, wie zum Beispiel Flächenmärkte, hat den Vertrieb für Oetinger übernommen.
Zwar hat Oetinger seit zehn Jahren CD-ROMs im Programm, der Fokus liegt aber weiterhin klar auf dem Geschäftsfeld Buch. Dafür sprechen die Umsatzzahlen: Im vergangenen Jahr hat der Friedrich Oetinger Verlag Waren im Wert von 56,4 Millionen Mark abgesetzt. Nur 2,1 Millionen Mark davon entfielen auf CD-ROMs. Für die Entwicklung in der näheren Zukunft sei geplant, höchstens sechs CD-ROMs pro Jahr herauszubringen. Welche sollen 2001 noch in den Handel kommen? Im Herbst wird es die vierte CD-ROM aus der Reihe "Pettersson und Findus" mit dem Titel "Findus bei den Mucklas" geben. Außerdem wird dann "Findus wartet auf Weihnachten" neu aufgelegt. Aber Oetinger konzentriert sich nicht auf diese beiden Figuren allein. Ebenfalls im Herbst wird die CD-ROM "Kennst du Pippi?" veröffentlicht, die auf der Figur von Pippi Langstrumpf aufbaut. Auch die so genannten "Olchies" sollen mit einer Software bedacht werden.