Der Verkauf der Virtual-Reality-Headsets von Meta kann laut dem Bundeskartellamt in Deutschland wieder aufgenommen werden, das gilt für Meta Quest 2 und Quest Pro. Grund für die Entscheidung ist, dass kein Facebook-Konto mehr für die Nutzung zwingend erforderlich ist, sondern ein separates Meta-Konto ausreicht.

Die letzten VR-Headsets von Meta waren beziehungsweise sind aufgrund von wettbewerblichen Bedenken in Deutschland nicht erhältlich. Das Bundeskartellamt kritisierte die Facebook- oder Instagram-Kontopflicht für die Nutzung der Headsets und sah den Wettbewerb beeinträchtigt, da Facebook/Meta einer der Big-Player bei den sozialen Netzwerken und zugleich im VR-Bereich sei. Da seit August 2022 für Meta Quest 2 und Quest Pro keine Facebook-Konten mehr verpflichtend sind, sondern ein separates Konto, das Meta-Konto, erstellt werden kann, soll der "Verkauf der Brillen in Deutschland starten". Das ist einer Pressemitteilung des Bundeskartellamtes zu entnehmen

Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes: "Meta hat auf unsere Bedenken reagiert und mit der Einrichtung eines separaten Meta-Kontos für die Nutzung der Quest-Brillen eine Lösung angeboten. Trotz dieser begrüßenswerten Entwicklung schließen wir das Verfahren heute noch nicht ab. Wir wollen zunächst die tatsächliche Ausgestaltung der Wahlmöglichkeiten für die Nutzerinnen und Nutzer sowie Themen der Zusammenführung und Verarbeitung von Nutzerdaten aus den verschiedenen Meta-Diensten weiter begleiten. Dieser Fall macht deutlich, dass sich mit § 19a GWB, dem neuen Instrument zur effektiveren Aufsicht über Digitalkonzerne, Wettbewerbsprobleme in der Praxis gezielt adressieren lassen". Bis die Datenverarbeitungsbedingungen geklärt sind, wird Meta die Daten, die bei Quest-Nutzung anfallen, getrennt von Daten aus anderen Meta-Diensten halten.

Das Bundeskartellamt hebt hervor, dass Meta nach dem Verkaufsverbot besagter Headsets an einer einvernehmlichen Lösung interessiert war und so die Headset-Nutzung ohne Facebook- oder Instagram-Konto umsetzte. "Das Bundeskartellamt hat deutlich gemacht, dass der Ablauf der Inbetriebnahme der Brillen so ausgestaltet werden muss, dass die Nutzenden möglichst frei und unbeeinflusst entscheiden können, ob eine separate Nutzung oder eine Verbindung mit anderen Meta-Diensten erfolgen soll. Nach entsprechenden Anpassungen, die insbesondere die Nutzerdialoge betreffen, sollen die Quest 2 und die Quest Pro zeitnah auch in Deutschland erhältlich sein", heißt es weiter.

Marcel Kleffmann

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Marcel Kleffmann is Chief of Content of GamesMarket and our B2B and B2C expert for hardware, market data, products and launch numbers with more than two decades of editorial experience.