Der VUD - Verband der Unterhaltungssoftware Deutschland präsentierte in Leipzig Pläne für eine eigene Branchenmesse. Dem Manko, bislang mit keinem geeigneten Messeformat der Stellung Deutschlands als zweitgrößtem Absatzmarkt für elektronische interaktive Spiele und Lernsoftware gerecht zu werden, werde damit entschieden entgegengetreten.

Vom 29. August bis 1. September 2002 soll die Messe "Game.On!" (Arbeitsname) erstmals auf dem Leipziger Messegelände über die Bühne gehen. Nach den Messepleiten vergangener Tage will der VUD ein griffiges Konzept für eine Präsentationsplattform deutscher respektive internationaler Firmen aus dem Bereich Interactive Entertainment präsentieren. Die Anforderungen sind entsprechend hoch. Die Welt der digitalen Kommunikation und Unterhaltung sei geprägt von Schnelllebigkeit, hoher Flexibilität und permanenten Innovationen. Arbeits-, Freizeit- und Erlebniswelten seien immer weniger voneinander zu trennen. Gleiches werde daher auch von einer Messe für diesen Bereich erwartet, resümieren Hermann Achilles, Geschäftsführer des VUD, und Ronald Schäfer, Geschäftsführer der verbandseigenen Dienstleistungsgesellschaft. Das vorliegende Konzept der Game.On! verbinde die traditionelle Messe für Fachbesucher mit einem hohen Erlebniswert für jedermann. "Der kombinierte Fach- und Endverbraucherevent wird dazu beitragen, diese Branche und die Medien transparenter zu machen." Der VUD habe sich "sehr bemüht, die Branche nach Leipzig zu holen", so der Tenor bei einem Pressestammtisch von VUD und Leipziger Messe am 5. Dezember. Bereits in Vorgesprächen habe sich herausgestellt, dass die Messeverantwortlichen neuen Veranstaltungskonzepten sehr aufgeschlossen gegenüber stehen. Bis zum Start im August 2002 hat man nun Zeit, die Branche davon zu überzeugen. Konkrete Angaben zum Konzept zu machen gestalte sich heute aber noch schwierig, da "wir noch nicht wissen, welche Hardware 2002 Transporteur von Spielen sein wird", sagte Schäfer. Mit Innovation und Flexibilität will man in Leipzig daher eine Messe gestalten, wie sie der Markt erfordert. Das heißt allerdings nicht, dass es den Veranstaltern an Ideen mangelt. Schwerpunkte der Game.-On! sollen interaktive Inhalte aus den Bereichen Entertainment, Edu- und Infotainment sowie Homeanwendungen sein. Andererseits sollen Besucher das gesamte Spektrum der neuen Medien vorfinden: von PC- und Kommunikationshardware, Zubehör, TK und Internet über Diensteanbieter, Verlage und Verbände bis zu Lizenzgebern aus Film und TV sowie Medienanstalten.

Die Veranstaltung soll dem Besucher eine interaktive Erlebniswelt bieten, die seinem Unterhaltungs- und Informationsanspruch in vollem Umfang gerecht wird. "Innovative und zukunftsorientierte Veranstaltungskonzepte sind rar - dieses Konzept hat uns überzeugt", sagt Dr. Gerhard Florin, GF von Electronic Arts und Mitglied des VUD. Elektronisches interaktives Spielen und Lernen sei fester Bestandteil der zeitgemäßen Freizeitgestaltung aller Bevölkerungsgruppen. Gleichwohl gebe es im weltweit zweitgrößten Absatzmarkt (Softwareumsatz '99:über 3,1 Mrd. Mark) bisher keine regelmäßige nationale Veranstaltung, auf der die neuesten Entwicklungen bei Hard- und Software konzentriert vorgestellt werden können. Josef Rahmen, der Leipziger Messe-GF, will diesem Manko entschieden entgegentreten: Das neue Messegelände eigne sich hervorragend für einen Event, der Fachbesuchern wie Endverbrauchern neben Informationen ein reichhaltiges Programm an Action und Unterhaltung bieten will.

"THQ hat dieses Konzept mit großem Interesse aufgenommen. Es berücksichtigt sämtliche Teilbereiche der Unterhaltungs- und Informationsindustrie. Darüber hinaus kann es aufgrund seiner flexiblen Ausrichtung alle Entwicklungen und Branchentendenzen aufgreifen", sagte Jürgen Goeldner, THQ-GF und VUD-Vorstandsmitglied seit Verbandsgründung '93. Hans Stettmeier, Director Home Retail Division Microsoft:"In keinem anderen Wirtschaftsbereich liegen Business und Unterhaltung so eng beieinander wie in der IT- und Softwarebranche. Diesen Aspekt muss eine Messe berücksichtigen, will sie interessant und erfolgreich sein. Genau darauf reflektiert die Game.On! Die Kooperation zwischen VUD und Leipziger Messe ist ein lang erwarteter Schritt." Prof. Dr. Kurt Biedenkopf, Ministerpräsident des Freistaats, hält das Konzept, eine Spielemesse zu etablieren, für eine gute Erweiterung des Leipziger Messespektrums. "Ich wünsche den Veranstaltern, dass sie die Chance nutzen, zu einem wichtigen Marktplatz der Spieleindustrie zu werden.'

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