VUD legt Marktzahlen für das 1. Quartal vor
Der Markt für Unterhaltungssoftware entwickelte sich im 1. Quartal dieses Jahres sehr uneinheitlich. Deutliche Einbußen musste beispielsweise bei Konsolensoftware verzeichnet werden.
Mit leichter Verzögerung präsentierte der Verband der Unterhaltungssoftware Deutschland (VUD) jetzt die Marktzahlen für das 1. Quartal 2001. Die Verdopplung des GfK-Individualpanels auf 20.000 Personen und die damit verbundenen Umstellungen haben laut Hermann Achilles, Geschäftsführer des VUD, zur verspäteten Veröffentlichung geführt. "Gleichwohl begrüßen wir diese Ausweitung, da dies zu einer weiteren Verbesserung der Repräsentativität der Daten führt", kommentierte Achilles.
Wie aber präsentierte sich der Unterhaltungssoftwaremarkt im 1. Quartal dieses Jahres? Das Urteil des VUD lautet: uneinheitlich. Die Erhebungsdaten für den Gesamtmarkt der Unterhaltungssoftware konnten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bei den Absatzzahlen zwar einen Zuwachs um 5,9 Prozent auf 21,09 Mio. Stück aufzeigen. Zeitgleich musste allerdings beim Umsatz ein Minus von 1,6 Prozent auf 889,52 Mio. Mark verzeichnet werden.
In Betrachtung der einzelnen Teilmärkte wird das Urteil des VUD noch bestärkt: So weist der Bereich PC-Entertainment einen Umsatzzuwachs von 8,9 Prozent auf 442,39 Mio. Mark und bei den Absätzen eine Steigerung um 18,9 Prozent auf 10,62 Mio. Stück auf. Diese Steigerungen wurden laut den GfK-Daten allerdings durch einen Rückgang des durchschnittlichen Abgabepreises von 45,47 Mark auf 41,66 Mark erkauft.
Der Teilmarkt PC-Edutainment/Infotainment kehrt hingegen den seit längerem registrierten Trend um. Erstmals seit mehr als zwei Jahren waren hier steigende Abgabepreise zu verzeichnen. Dies ließ den Durchschnittspreis im Vergleichszeitraum von 24,28 Mark auf 28,17 Mark ansteigen. Insgesamt verzeichnet der Teilmarkt einen Umsatzzuwachs um 9,2 Prozent auf 167,07 Mio. Mark, wobei der Absatz um 5,9 Prozent auf nunmehr 5,93 Mio. Stück zurückging.
Deutliche Einbußen musste man insgesamt bei der Konsolensoftware hinnehmen. Während der Absatz im Vergleich zum Vorjahr mit 4,32 Mio. Stück (minus 0,7 Prozent) nahezu konstant blieb, ging es beim Umsatz um 17,9 Prozent auf 275,76 Mio. Mark zurück.
Nach einzelnen Formate ist hier besonders der Game Boy (Absatz minus 32,1 Prozent/Umsatz minus 37,9 Prozent) betroffen. Zurückzuführen sei dies auf den "Pokémon"-Boom im Vorjahr.
Für die Systeme PSone und PlayStation 2 wurde insgesamt ein Stückzuwachs von 25,3 Prozent registriert, wobei der Umsatz ein Minus von 3,9 Prozent verzeichnet. Der durchschnittliche Abgabepreis für Konsolensoftware sank im Vergleichszeitraum um 17,3 Prozent von 77,18 Mark auf 63,83 Mark.
"Wenn in einem Jahr des Systemumbruchs der Softwareumsatz nahezu unverändert auf relativ hohem Niveau gehalten werden kann, muss man dies als positives Ergebnis werten. In der Vergangenheit sind Zeiträume vor der Neueinführung von Hardwareplattformen immer schwierige Zeiten für die Industrie gewesen. Das Kaufverhalten des Verbrauchers wurde bei ähnlichen Umstellungen in der Vergangenheit immer sehr selektiv und überaus preisbewusst. Dies scheint sich auch diesmal zu wiederholen, obgleich bisher die Rückgänge bei der Konsolensoftware durch Zuwächse bei der PC-Software kompensiert werden konnten", kommentierte Ronald Schäfer, Geschäftsführer des VUD, die jüngste Marktentwicklung.