Schon in einem Jahr wird der Umgang mit dem Euro für Handel und Kunden beinahe alltäglich geworden sein. Immer vorausgesetzt, Sie als Händler haben für eine reibungslose Umstellung gesorgt. Entertainment Markt sagt Ihnen, was Sie noch in der ersten Jahreshälfte erledigen sollten.

Um die Währungsumstellung von Mark auf Euro im Januar 2002 problemlos zu bewältigen, braucht beinahe jedes Unternehmen Unterstützung. Der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) rät deshalb, sich als Händler so schnell wie möglich an einen Dienstleister zu wenden.

Kontaktieren sollten Sie zum Beispiel Steuerberater, Versicherungsvertreter, die Hausbank und ein Softwarehaus. Die Kosten für die Umstellung hängen vor allem von Branche und Betriebsgröße ab, werden in erster Linie die Bereiche EDV, Finanzbuchhaltung, Schulung von Mitarbeitern und Neudruck von Preislisten/Rechnungen betreffen, entstehen aber auch bei doppelter Kassenhaltung, Marketing, Werbung oder Vertrieb.

Kai Stüwe, Flashpoint AG: "Die Flashpoint AG wird die Währungsumstellung voraussichtlich zum 1. Oktober vollziehen. Wir haben uns bereits frühzeitig mit der Thematik beschäftigt und sind sicher, einen reibungslosen Ablauf gewährleisten zu können. Schon im laufendem Geschäftsjahr wurden die Rechnungen einiger Kunden auf Wunsch nur in Euro ausgestellt."

Grundsätzlich ist zwischen den Euro-Ländern vereinbart worden, dass Kosten für die Umstellung zur neuen Währung dort getragen werden müssen, wo sie anfallen. Versuche von Kreditwirtschaft oder Einzelhandelsverbänden, Bundesregierung oder Bundesbank hinsichtlich der Kosten in die Pflicht zu nehmen, sind mehrfach gescheitert. Eine Kompensation der anfallenden Extraausgaben ist für Sie als Händler also nicht zu erwarten. Noch in der ersten Jahreshälfte 2001 müssen Sie ihre Bank informieren, wie viel Euro-Bargeld Sie in welcher Stückelung zum Jahreswechsel benötigen. Damit wird sozusagen "vorbestellt". Grundsätzlich bedenken sollte man, dass gerade in den ersten Monaten des kommenden Jahres ein höherer Bedarf an Wechselgeld bestehen wird als im aktuellen Normalgeschäft.

Der Grund: Sie werden bis zum 28. Februar 2002 zwar noch eingehende DM-Noten und -Scheine annehmen, im eigenen Interesse aber nicht mehr als Wechselgeld verwenden. Außerdem empfiehlt der HDE, bis zum Sommer Waren doppelt auszupreisen, um auch den Kunden mit der Umrechnung vertraut zu machen und Ängste hinsichtlich unlauterer Preispolitik abzubauen.

Rechtlich gesehen sind Sie als Händler aber erst zum 1. Januar nächsten Jahres verpflichtet, alle Waren in Euro auszuzeichnen. Nicht ausgeschlossen ist jedoch eine mögliche Eilverordnung seitens der Bundesregierung, durch die eine doppelte Auspreisung vorgeschrieben werden könnte. In der ersten Jahreshälfte sollten Sie auch die Umstellung von Kassen und EDV geplant haben. Die Umstellung der Systeme auf Euro-Fähigkeit muss zwar noch nicht sofort erfolgen, fixe Termine für die einzelnen Umstellungsschritte sollten jedoch schon feststehen. Wenn Ihre Computer und Programme im Geschäft nicht bereits sehr veraltet sind, ist in der Regel auch keine Neuanschaffung beim EDV-System nötig. Nutzen Sie also die noch verbleibende Zeit, um neue Software auszuwählen, und planen Sie Testläufe ein.

Peter Gruber, Game it!: "Wir haben bisher nochnichts zur Euro-Umstellung getan."

Damit die Euro-Umstellung die laufenden Geschäfte so wenig wie möglich beeinflusst, empfiehlt das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Termine bei den Fachleuten sollten Sie schon in den nächsten Wochen machen, denn es ist damit zu rechnen, dass Computerprofis gerade im letzten Quartal durch bis dato unentschlossene Händler ausgelastet sind. Sehr wahrscheinlich steigen dann auch die Preise für diese Leistungen. Grundsätzlich muss neben dem Unternehmenschef selbst auch das Personal ausreichend über die Euro-Umstellung informiert sein. Das gewährleistet nicht nur einen reibungslosen Ablauf, sondern durch Euro-Kompetenz können durchaus auch neue Kunden gewonnen werden. Über ein Basiswissen zur neuen Währung, zum Beispiel Umrechnungs- und Rundungsregeln oder bestimmte Termine, sollte deshalb jeder Verkäufer verfügen.

Spezielle Schulungen sind nach Ansicht des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie vor allem für das Kassenpersonal erforderlich, das in der Übergangszeit vom 1. Januar bis zum 28. Februar nächsten Jahres mit zwei Währungen parallel arbeiten muss. Zusätzlich müssen Ihre Mitarbeiter fähig sein, echte von unechten Euro-Scheinen zu unterscheiden. Schulungen können Sie selbst organisieren, gleichzeitig bieten aber zum Beispiel auch die Industrie- und Handelskammern oder die Geschäftsstellen der Landeszentralbanken Weiterbildung zum Thema Euro an.

Peter Endres, Gamigo Shop: "Wir haben die Umstellung zum Euro schon beinahe vollständig vollzogen. In unserem Ladengeschäft gab es dabei kaum Probleme. Auch imInternet haben wir alle nötigen Komponenten soweit schon integriert. Allerdings haben wir uns mit dem Thema auch schon seit letztem Jahr beschäftigt. Die nötige Software haben wir uns selbst entwickelt."

Im Zuge der Währungsumstellung können Sie einen Punkt außer Acht lassen: Verträge oder andere Rechtsinstrumente werden von der Einführung des Euro nicht berührt, hier gilt das Prinzip der Vertragskontinuität. Nach dem 31. Dezember dieses Jahres werden Mark-Beträge also automatisch über den festen Umrechnungskurs zu Euro-Beträgen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie rät Händlern jedoch, Neuverträge grundsätzlich nur noch in Euro abzuschließen.

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