Weltkrieg für die Hosentasche
Das nächste heiße Game für Nokias N-Gage steht in den Startlöchern: Der Strategiehit "Pathway To Glory".
Nach der anfänglichen Dürrezeit kommt der Softwarenachschub für das N-Gage langsam, aber sicher in Schwung. Mit "Pathway To Glory" präsentiert Nokia nun einen der ersten Titel, der komplett in Eigenregie entwickelt wurde.
Szenario des Spiels ist der Zweite Weltkrieg, in dem der Spieler entweder auf der Seite der Alliierten oder mit den Truppen des "Dritten Reichs" und ihren Verbündeten in die Schlacht zieht. Bei der Umsetzung legten die finnischen Designer großen Wert auf Authentizität; vorab holten sie Ideen und Ratschläge von Experten ein.
Das Ergebnis kann sich dementsprechend sehen lassen: historische Missionen von einfachen Patrouillen über Geleitschutz bis hin zu "Seek and Destroy", originalgetreue Waffen, Rangabzeichen und Fahrzeuge sind nur einige der angekündigten Features.
Rundenweise gegen Feinde vorgehen
Alle Soldaten im Spiel haben unterschiedliche Fähigkeiten und sind individuelle Persönlichkeiten. Das Gameplay lässt sich am ehesten als rundenbasiertes Strategiespiel im Stil von "Jagged Alliance" beschreiben.
Anders als beim Echtzeit-PC-Hit "Command and Conquer" steht dem Spieler pro Runde nur eine feste Zahl von Spielzügen zur Verfügung, mit der die Truppen auf dem Schlachtfeld in taktisch günstige Positionen bewegt werden können oder der Angriff auf gegnerische Einheiten erfolgt.
Dabei sind die Soldaten in den 14 enthaltenen Missionen natürlich nicht immer nur per pedes unterwegs, sondern können auch die Kontrolle über Fahrzeuge wie Panzer etc. übernehmen. Laut Hersteller ist je nach Vorgehensweise eine Spielzeit von 14 bis 30 Stunden angepeilt.
Noch mehr Spaß im Koop-Modus
Der eigentliche Clou von "Pathway to Glory" liegt jedoch in den revolutionären Multiplayerfunktionen. So lassen sich sämtliche Missionen auch zusammen mit bis zu vier Spielern in einem Kooperationsmodus bewältigen. Ermöglicht wird dies über die Bluetooth-Funktion des N-Gage oder auch über das Internet.
Hier lassen sich mittels GPRS-Daten Schlachten gegen Spieler überall auf der Welt austragen, womit der Begriff "Weltkrieg" eine ganz neue Dimension im Handheldbereich bekommt.
Als Sprungbrett dient die von Nokia errichtete N-Gage-Arena. Nach erfolgreicher Anmeldung erhält der Spieler dort u. a. auch Zugriff auf globale Ranglisten und Chatfunktionen. Die Multiplayermatches erinnern stark an das bekannte Spielprinzip "Capture The Flag". Jeder Spieler hat eine Basis, die es gegen Eindringlinge zu verteidigen gilt. Gleichzeitig sollten aber natürlich auch die Mauern der Gegner eingenommen werden.
Finnische Soldaten posierten für Nokia
Auch die technischen Daten klingen traumhaft. So soll die Grafik im fertigen Spiel etwa 800 verschiedene Sprites und 100 In-Game-Abbildungen bieten. Für lebensechte Animationen wurden die Bewegungen von 160 finnischen Soldaten per Motion Capturing eingefangen.
Auch im Audiobereich klotzt Nokia: Neben stimmungsvollen Musikstücken wird sogar eine Sprachausgabe in 16 verschiedenen Sprachen auf die Speicherkarte gequetscht.
Sollten es die Entwickler tatsächlich schaffen, all diese Features umzusetzen, steht N-Gage-Besitzern eine Perle erster Güte ins Haus, mit der N-Gage endlich zeigt, was wirklich in ihm steckt.
Nachgefragt bei Toni Virhiä, Producer von "Pathway To Glory" bei Nokia
» Mit seiner Fülle an Mehrspieleroptionen ist "PTG" das zurzeit ambitionierteste N-Gage-Projekt. Wie lange arbeitet Ihr Team schon daran, welche Position haben Sie inne, und wo liegen Ihre Wurzeln in der Spielbranche?
"Pathway to Glory" ist seit rund eineinhalb Jahren in der Mache. Im 4. Quartal dieses Jahres wollen wir dann spätestens mit dem Projekt abschließen. Ich bin Producer des Spiels und gleichzeitig Leiter des Entwicklungsstudios. Bevor ich vor zwei Jahren zu Nokia wechselte, arbeitete ich für den Entwickler Hausmarque. Wir haben Spiele für Dreamcast, Xbox und PlayStation entwickelt.
» Wie wurde im Anfangsstadium der Entwicklung vorgegangen?
Vor Beginn war einiges an Vorarbeit zu leisten: Zunächst wurde in zahlreichen Castings das bestmögliche Team rekrutiert, welches so genannte Benchmarkingtests zu unterschiedlichen Spielvarianten durchführte. Nachdem wir knapp ein Dutzend Ideen durchexerziert hatten, einigten wir uns darauf, ein actionlastiges Taktikspiel mit Weltkriegsthematik und Fokus auf die Mehrspielerfunktionen zu schaffen.
» Der Fokus auf die Mehrspielererfahrung war also von Anfang an gegeben?
Ja. Die Mehrspieler- und Communityaspekte stellen den Kern des Projekts dar. Wir betrachten die 14 Einzelspielermissionen, die geübte Spieler zwischen 14 und 30 Stunden beschäftigen dürften und übrigens auch via Bluetooth-Schnittstelle zu viert kooperativ spielbar sind, nur als Tor zur noch umfangreicheren Multiplayerwelt.
» Was war technisch gesehen am kompliziertesten zu realisieren?
Die größte Herausforderung stellte sicherlich die Implementierung der Netzwerkfunktionen dar, sprich: das optimale Zusammenspiel zwischen Client und Server. "Pathway to Glory" ist ein Spiel für unterwegs und macht intensiven Gebrauch von der GPRS-Technik, die leider nicht in allen Teilen der Welt gleich zuverlässig funktioniert. Speziell in diesem Bereich war sehr viel Balancing nötig, um allen Spielern eine annähernd gleiche Mehrspielererfahrung zu garantieren. Da ein solches Spiel von diesen Ausmaßen noch nicht realisiert wurde, haben wir in vielen Bereichen Pionierarbeit geleistet.