Wilhelm Hamrozi: Große Pläne mit Leisuresoft. "Zehn Prozent Marktanteil'
Nicht nur auf den internationalen Märkten zeichnet sich JoWooD seit Jahresbeginn durch eine massive Expansion aus. Auch für den deutschen Markt hat der österreichische Publisher ambitionierte Ziele und setzt dabei auf ein bewährtes Erfolgsrezept.
Ende Mai stellte der österreichische Publisher die Weichen erneut auf Wachstum. Mit einer Kapitalerhöhung hat das Unternehmen sichergestellt, auch künftig schnell und flexibel reagieren zu können, falls der Markt es erfordert.
Leisuresoft steht Vertriebspartnern offen
Doch nicht nur als Gesamtunternehmen hat JoWooD ambitionierte Ziele. Speziell auch im , für JoWooD angesichts der bisherigen Erfolge berechtigterweise ein Heimatmarkt, will das Unternehmen mit der Anfang Mai übernommenen weiter zulegen. "Wir wollen mit Leisuresoft zehn Prozent des Volumens des deutschen Markts erreichen", definiert das Ziel. Hamrozi, einer der erfahrensten Manager im Spielebusiness in Deutschland, ist selbst erst seit Anfang Mai als COO bei JoWooD. "Unser eigener Produktkatalog ist nicht groß genug, um in Deutschland damit allein eine vernünftige Distribution zu betreiben", weist er den Weg. Die vertrieblichen Serviceleistungen von Leisuresoft stehen damit auch anderen Publishern offen.
JoWooD fährt damit eine ähnliche Strategie wie bei in Österreich. Dort ist die mehrheitlich in JoWooD-Besitz befindliche Vertriebsfirma mit Abstand Marktführer und vertritt alle namhaften Majors. Da Dynamic Systems auch in einigen osteuropäischen Ländern mit Niederlassungen aktiv ist, hat Leisuresoft gute Voraussetzungen, hochkarätige Namen ins Portfolio zu bekommen. Schließlich besteht auf Konzernebene die Möglichkeit, umfangreiche und vor allem länderübergreifende Vertriebsdeals mit Firmen einzugehen, die bislang nicht im deutschsprachigen und osteuropäischen Raum aktiv sind.
Auf die möglichen Synergieeffekte allein will sich Hamrozi aber nicht verlassen. "Leisuresoft soll die Distributionsaufgaben - ähnlich wie in der Vergangenheit - sehr gut erfüllen", so der JoWooD-COO. Ihm liege sehr viel an der Zusammenarbeit mit dem Handel. Umso erfreulicher war für ihn, dass der Handel auf der E3 sehr positiv auf die unternehmerischen Entwicklungen, aber auch auf die Produktneuheiten bei JoWooD reagiert hat. "Für uns ist eine enge Zusammenarbeit mit dem Handel die Voraussetzung, um unsere Ziele zu erreichen", gibt Hamrozi die positive Resonanz an die Retailer zurück. Eher unwahrscheinlich ist, dass JoWooD die in Deutschland und Österreich betriebene Strategie des Eigenvertriebs in naher Zukunft auch auf andere Länder übertragen wird. Laut Hamrozi ist es eine Notwendigkeit, in Kernmärkten wie England oder Japan mit eigenen Marketingbüros zu arbeiten.
Länderübergreifende Kooperationen
Auch sieht er den Vertrieb in Deutschland als unausweichlich an. "Ich bin aber nicht überzeugt, dass wir in allen Ländern ähnlich vorgehen sollten", meint Hamrozi. Dass JoWooD aber auch in den kommenden Wochen von sich reden machen wird, davon ist er überzeugt. Bei der Auswertung der E3 werden sich seiner Meinung nach mehrere potenzielle Deals zeigen, die dann vorangetrieben würden. "Wir werden mit Sicherheit in den nächsten Wochen und Monaten noch einiges bekannt geben", kündigt Hamrozi an.