Gaming ist drittstärkster Umsatzbringer bei Microsoft in Q2
Mehr als sieben Milliarden Dollar hat der Gaming-Bereich von Microsoft im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2024 umgesetzt. Die Einnahmen bei Xbox-Inhalten und -Services stiegen um 61 Prozent. Die Auswirkungen der Übernahme von Activision Blizzard sind unübersehbar.
Der Gaming-Bereich von Microsoft setzte von Oktober bis Ende Dezember 2023 rund 7,1 Milliarden Dollar um, etwa 6,6 Milliarden Euro, der bisher höchste Quartalsumsatz des Unternehmens im Gamesbereich überhaupt. Damit ist Gaming die drittumsatzstärkste Sparte des Konzerns, hinter "Server products and cloud services" und "Office products and cloud services", aber vor Windows, LinkedIn und Bing. Auch von Juli bis Dezember 2023 ist Gaming auf Platz 3 beim Umsatz, jedoch nur knapp vor Windows.
Im besagten Quartal (FY24 Q2) stieg der Umsatz mit Xbox-Inhalten und -Services um 61 Prozent - jeweils im Vergleich zum Vorjahr. Hauptwachstumstreiber sind Effekte durch die abgeschlossene Activision-Blizzard-Übernahme, allein 55 Prozentpunkte des Wachstums sind auf die Übernahme zurückzuführen, da sich die Activision-Inhalte von Third-Party zu First-Party verschoben haben. Laut Angaben von Microsoft beläuft sich der Nettoeffekt der Übernahme auf etwas mehr als zwei Milliarden Dollar an Einnahmen, aber die Kosten für Integration, Transaktion und Co. belaufen sich auf insgesamt 930 Millionen Dollar. Zusammen mit den sonstigen Betriebskosten ergibt sich ein Betriebsverlust von 440 Millionen Dollar, fast 407 Millionen Euro. Erst kürzlich kündigte Microsoft die Reduzierung von 1.900 Stellen an, die hauptsächlich, aber nicht ausschließlich auf die Übernahme von ABK zurückgeführt werden (GamesMarkt berichtete).
Im Earnings Call hieß es noch, dass die Verkäufe von Xbox-Hardware um drei Prozent gestiegen wären. CFO Amy Hood spricht aber von einem schwächer als erwarteten Konsolenmarkt. CEO Satya Nadella verkündete neue Rekorde bei den monatlich aktiven Nutzer:innen auf PC, Xbox und Mobile. Einschließlich der Games von Activision Blizzard King wurden mehr als 200 Millionen Personen erreicht. Auch den Cloud-Gaming-Bereich spricht er an. Insgesamt sei die Zahl "der gestreamten Stunden" im Vergleich zum Vorjahr um 44 Prozent gestiegen. Genauere Angaben zu den Xbox-Pass-Abonnenten wurden nicht gemacht.
Microsoft verortet das Gaming/Xbox-Geschäft in der Sparte "More Personal Computing", die auch Windows, Devices und das Suchmaschinengeschäft umfasst. Die Sparte erzielte einen Umsatz von rund 16,9 Milliarden Dollar, rund 15,6 Milliarden Euro, ein Plus von 19 Prozent. Microsoft als Gesamtunternehmen hat 62 Milliarden Dollar umgesetzt, rund 57,3 Milliarden Euro. Die Nettoeinnahmen liegen bei 21,9 Milliarden Dollar, knapp 20,2 Milliarden Euro.
Für Nadella sind "großartige Inhalte der Schlüssel zum Wachstum". Er selbst sei begeistert vom Unternehmensportfolio, als Beispiel nannte er "Indiana Jones", das bei dem jüngsten Showcase vorgestellt wurde. "Außerdem haben wir angekündigt, in diesem Kalenderjahr bedeutende Updates für viele unserer langlebigsten Franchises zu veröffentlichen, die jeden Monat Millionen von Spieler:innen anziehen, darunter "Call of Duty", "Elder Scrolls Online" und "Starfield"", so Nadella.
In Hinblick auf das aktuell laufende Quartal (FY24 Q3) erwartet Microsoft ein Umsatzwachstum im niedrigen 40-Prozent-Bereich, hauptsächlich angetrieben durch die Activision-Übernahme, die für etwa 45 Prozentpunkte verantwortlich sein soll. Bei den Xbox-Inhalten und -Services wird ein Umsatzwachstum im unteren bis mittleren 50-Prozent-Bereich erwartet, davon werden rund 50 Prozentpunkte der Activision-Übernahme zugeschrieben. Der Hardware-Umsatz wird im Vergleich zum Vorjahr zurückgehen.