Zahlungsformen im Internet
Die Zahlungsabwicklung im E-Commerce ist für deutsche Onlinehändler mit größeren Risiken verbunden als für die Endkunden, so das Wirtschaftsforschungsunternehmen Berlecon Research.
Für die Untersuchung "Kassieren im E-Commerce - Eine Analyse relevanter Zahlungssysteme aus Händlersicht" führten die Forscher eine Umfrage unter 78 Onlinehändlern durch und analysierten das Leistungsspektrum der wichtigsten E-Commerce-Zahlungssysteme. Im Vordergrund stand die Perspektive der Händler.
Den Ergebnissen der Erhebung zufolge bergen die im deutschen B2C-Geschäft am häufigsten genutzten Zahlungsformen für die Onlinehändler hohe Unsicherheiten: "Die Deutschen zahlen im Internet am liebsten per Rechnung, Nachnahme, Lastschrift oder Kreditkarte. Bei diesen Verfahren drohen den Händlern Zahlungsausfälle. Lastschrift- oder Kreditkartenzahlungen kann der Käufer in der Regel problemlos zurücknehmen, was den Händler zusätzlich Chargeback-Gebühren kostet", sagt Petra Bock von Berlecon Research. Vor allem die schlechte Zahlungsmoral vieler Endkunden würde zu Buche schlagen, mehr noch als Betrugsversuche durch Dritte. Vor allem kleinere Internethändler versuchten daher, das Risiko durch Zahlungsverfahren wie Vorkasse zu minimieren, würden dadurch aber auch ihre Erfolgschancen wesentlich schmälern.
Für Onlinehändler bieten sich der Unternehmensberatung zufolge zwei Strategien an, die das Risiko im Zahlungsverkehr senken könnten. Dies seien zum einen die Kooperation mit Prüfungs- und Inkassodienstleistern, wie sie weitgehend im Offline-Versandhandel eingesetzt wird und zum anderen die Nutzung von innovativen Zahlungssystemen, die auf internetspezifische Probleme ausgerichtet sind. So übernehmen Anbieter wie Paybox oder Firstgate click&buy zum Teil Plausibilitätsprüfungen bis hin zur Bonitätsprüfung, wenn sich ein neuer Nutzer anmeldet. Auch das von Visa und Eurocard angebotene SET-System, stellten die Wirtschaftsforscher fest, biete hohe Authentifizierungs- und Sicherheitsleistungen."