Atari bricht US-Umsatz weg
In Europa und Asien spielte Atari im dritten Quartal seine Stärken aus, der Konzernumsatz in diesen Territorien stieg um sechs Prozent. Die massiven Umsatzausfälle im US-Geschäft konnten damit jedoch nicht ausgeglichen werden. Nach neun Monaten schreibt der Publisher tiefrote Zahlen.
Infogrames Entertainment, Dachgesellschaft der Atari-Niederlassungen in den USA, Europa und Asien, bilanziert für das am 31. Dezember beendete dritte Geschäftsjahresquartal 170,8 Mio. Euro Umsatz. Vor Jahresfrist lag dieser Wert noch bei 215,7 Mio. Euro, was im Jahresvergleich einen Rückgang um 20,8 Prozent entspricht. Ausschlaggebend hierfür war vor allem das US-Geschäft. Denn während die Niederlassungen in Europa und Asien ein sechsprozentiges Umsatzplus erwirtschafteten, brach der US-Umsatz um fast 40 Prozent von 125,8 Mio. auf 75,5 Mio. Euro ein. Die europäischen Niederlassungen verbesserten den Gesamtumsatz von 75,9 auf 85,2 Mio. Euro. 4,8 Mio. Dollar Verlust bilanzierte Atari hingegen in den USA.
Nach den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres zeigt die Umsatzkurve weiter nach unten. Nach 479,2 Mio. Euro im Vorjahr beläuft sich der Neunmonatsumsatz in diesem Geschäftsjahr auf nur noch 296,5 Mio. Euro - ein Rückgang um 38,1 Prozent. Die Gewinn-Verlust-Rechnung nach neun Monaten ist tiefrot. Allein in den USA schrieb Atari Inc. einen Verlust von 62,8 Mio. Dollar.
Nach bekannt werden der Zahlen erläuterte Infogrames-Chef Bruno Bonnell gegenüber US-Medien die Strategie der kommenden Monate. Zur Risikominimierung wird sich Atari auf die etablierten und erfolgreichen Brands konzentrieren. Zudem soll die Produktion von Handheld-Spielen forciert werden. Im Blickfeld stehen dabei vor allem Nintendo DS und PlayStation Portable. Mit den Bilanzzahlen gab Atari auch bekannt, dass Diane Baker, Vice President und Chief Financial Officer, das Unternehmen verlassen hat, um sich neuen Herausforderungen zu stellen.