Wie jetzt bekannt wurde hat das Auswärtige Amt im neuen Visumhandbuch den eSport als "Veranstaltung mit sportlichem Charakter" definiert. ESBD und game begrüßen, dass eSportler künftig leichter zu Events nach Deutschland können. Eine Gleichstellung mit traditionellen Sportlern ist der Schritt aber nicht.

Fast geräuschlos hat das Auswärtige Amt die Einreisebedingungen für eSportler verbessert. Ende September publizierte die Behörde das neue "Visumhandbuch", eine Art Leitfaden für den Verwaltungsapparat. Und dort wird angewiesen, "E-Sportveranstaltungen" künftig unter dem Begriff "Veranstaltung mit sportlichem Charakter" zu subsumieren. Das Auswärtige Amt erklärt die Anweisung mit dem sich wandelnden Sportbegriff und der Vereinbarung zum Thema eSport im Koalitionsvertrag. Damit fällt die Zustimmungspflicht beispielsweise der Bundesagentur für Arbeit bei der Einreise bzw. der Erteilung eines Visums weg. Allerdings gibt es andere Beschränkungen. So gilt die Erleichterung vor allem für kurzzeitige Aufenthalte in Deutschland von kumuliert maximal 90 Tagen im Jahr.

Die feste Integration eines ausländisches eSportlers in ein deutsches Team mit Sitz in Deutschland wird dadurch aber nicht erleichtert. Dem ist sich auch das Auswärtige Amt bewusst. "Die Erteilung eines Aufenthaltstitels für Berufssportlerinnen und Berufssportler gemäß § 22 Nr. 4 BeschV kommt für eine Beschäftigung im "E-Sport" nicht in Betracht", heißt es im Visumhandbuch. Anders gesagt: auch ein Vollzeit-E-Sportler ist nach dieser Auffassung kein Berufssportler.

Für die Verbände sind die Regelungen im neuen Visumhandbuch dennoch ein Erfolg. "Wir freuen uns über diese Öffnung und hoffen, dass wir zeitnah auch längerfristige Aufenthalte ohne komplizierte Verfahren in Deutschland ermöglichen können. Dafür müssen eSport-Athleten als Berufssportler anerkannt werden, das ist der nächste notwendige Schritt. Das erlaubt es, auch für den Liga- und Trainingsbetrieb ausländische Talente nach Deutschland zu holen und damit den Standort und die heimischen Teams im internationalen Wettbewerb stärken", sagt Hans Jagnow, Präsident des eSport-Bund Deutschland (ESBD).

Und Felix Falk, Geschäftsführer des game, sagt: "Mit der neuen Visa-Regelung erleichtert das Auswärtige Amt die Teilnahme von eSports-Athleten aus aller Welt an Wettkämpfen in Deutschland. Für Teams und Veranstalter ist das ein wichtiger Schritt, der den eSports-Standort Deutschland stärkt. Jetzt muss noch die im Koalitionsvertrag angekündigte Gemeinnützigkeit von eSports umgesetzt werden."

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Stephan Steininger
Stephan Steininger is Director of Operations and Editor-in-Chief of GamesMarket. As part of the magazine since its inception in 2001, he knows the GSA games industry by heart.
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