Bitkom: Telekommunikation ist Sorgenkind im ITK-Markt
Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und Neue Medien (Bitkom) rechnet für 2006 mit einem 2,5-prozentigen Umsatzplus im deutschen Markt. Am stärksten wachse der Bereich digitale Consumer Electronics, während in der Telekommunikation nur noch geringe Umsatzsteigerungen möglich seien.
Nach Ansicht des Bundesverbands Informationstechnik, Telekommunikation und Neue Medien (Bitkom) werde der deutsche Markt 2006 voraussichtlich um 2,5 Prozent auf einen Gesamtumsatz von 146,4 Mrd. Euro anwachsen. Dabei zeige sich in den drei Teilbereichen Informationswirtschaft, Telekommunikation und digitale Consumer Electronics eine deutlich unterschiedliche Marktsituation.
Während sich in der Informationstechnik, angetrieben durch den Softwaremarkt, ein Wachstum von 2,5 Prozent auf 70 Mrd. abzeichne, seien im Telekommunikationssektor nur noch geringe Zuwächse machbar. Beide Teilmärkte seien in den zurückliegenden Monaten von einem harten Preiskampf gekennzeichnet, so Bitkom-Präsident Willi Berchtold. Mit nur noch 0,5 Prozent Umsatzplus auf 66,4 Mrd. Euro wird das Resultat der deutschen Telekommunikationsanbieter aller Voraussicht nach noch geringer ausfallen als zu Jahresbeginn angenommen. Signifikantes Wachstum lasse sich nur noch im Mobilfunkbereich realisieren, in dem der Bitkom mit einem Plus von zwei Prozent auf 24 Mrd. Euro rechnet. Der Umsatz mit Gesprächen aus dem Festnetz sinke hingegen um 4,5 Prozent auf 18,8 Mrd. Euro.
Nach wie vor ungebrochen ist derweil das Wachstum im Teilmarkt digitale Consumer Electronics. Handhelds, MP3-Player und Co. stehen weiterhin bei den Konsumenten hoch im Kurs, was sich zum Jahresende in einem prognostizierten Umsatzplus von 17 Prozent ausdrücken wird. Erstmals würde somit die Marke von zehn Mrd. Euro Umsatz durchbrochen.
Aus den Marktzahlen ergeben sich für den Verband handfeste Forderungen an die Politik. "Die Belastung innovativer Geräte mit Gebühren und Abgaben nimmt Formen an, die jede noch so gut gemeinte Hightech-Politik konterkarieren", so Berchtold. Neben der Erhöhung der Mehrwertsteuer zum Jahreswechsel seien urheberrechtliche Abgaben auf Computer und Drucker sowie insbesondere die Einführung von Rundfunkgebühren auf PCs und Handys Hemmschuh der Branche. Nichtsdestotrotz erwartet der Verband auch bei gleichbleibenden politischen Rahmenbedingungen für 2007 weiteres Wachstum. Dies werde mit prognostizierten 1,6 Prozent jedoch deutlich geringer ausfallen als noch im laufenden Jahr.