BSA veröffentlicht Studie zur weltweiten Piraterie
In ihrer jährlichen "BSA Global Software Piracy Study" versucht die Business Software Alliance in Zusammenarbeit mit der International Planning and Research Corporation (IPR) weltweite Piraterieszenen auszumachen und den bis dato entstandenen Schaden aufzuzeigen.
In ihrer neuesten Studie für das Jahr 2000 weist die BSA darauf hin, dass Sofwarepiraterie weiterhin eines der dringendsten Probleme für die weltweite Wirtschaft darstellt. Unterstrichen wird dies mit der Aussage, dass in der sechsten Ausgabe des Berichts zum ersten Mal nicht ein Rückgang, sondern ein leichtes Plus bei der weltweiten Softwarepiraterie bilanziert werden müsse. Zwar sei der monetäre Schaden durch Piraterie im Vergleich zu 1999 auf 11,75 Mrd. Dollar gesunken, doch sei dies nicht auf einen Rückgang illegalen Handelns zurückzuführen, sondern auf Faktoren wie den wirtschaftlich starken US-Dollar und weltweit fallende Softwarepreise. Zudem habe der Softwaremarkt 2000 die niedrigste Wachstumsrate seit der ersten Studie im Jahr 1994 verzeichnet.
In Berichten bis 1999 hatte die IPR zahlreiche Gründe für sinkende Zahlen in der Softwarepiraterie aufgeführt: Die Verbreitung von Technologien wie dem PC und die damit einhergehende steigende Nachfrage nach Softwareprodukten. Die Softwareanbieter hätten mit der exponentiell steigenden Nachfrage nach Softwareprodukten nicht Schritt halten können. Mittlerweile seien nahezu alle Anbieter in den meisten Ländern im Verkauf präsent und vereinfachten es so dem Konsumenten, legale Software zu erwerben.Softwareunternehmen hätten ihre Bemühungen im Bereich Customer Service verstärkt und so den Erwerb von legaler Software unterstützt.Der Preisverfall von Originalsoftware: Der Kunde entscheide sich vermehrt, billige Software zu kaufen, anstatt die Risiken des Raubkopierens einzugehen.Die BSA und andere Organisationen hätten verstärkt auf die Gefahren des illegalen Raubkopierens hingewiesen. Zudem hätte strafrechtliches Vorgehen seitens der verschiedenen Institutionen eine abschreckende Wirkung.Die Globalisierung der Wirtschaft erhöhe die Gefahr, mit illegaler Software erwischt zu werden.Die Bemühungen von Landesregierungen, dem Problem der Softwarepiraterie entgegenzutreten.
Leider habe es nun den Anschein, dass dieser positive Trend sein Ende gefunden habe. Zudem könne man herausstellen, dass in den technologisch bevorteilten Ländern wie Nordamerika und Westeuropa das Problem der Softwarepiraterie am schwersten wiege. Zwar hätten diese Länder im Staatenvergleich eine niedrige Rate an raubkopierter Software, doch seien hier zugleich auch kaum Fortschritte im Kampf gegen Softwarepiraterie zu erkennen.
Immerhin sei in Nordamerika mit knapp unter drei Mrd. Dollar der beste Wert seit 1995 zu verzeichnen. Westeuropa, wo sich der Schaden durch Raubkopien auf knapp über drei Mrd. Dollar beläuft, habe sich nun auf den zweiten Rang geschoben. Die "Nummer eins" sei der Asien/Pazifik-Raum mit über vier Mrd. Dollar Schaden.
In regionalen Prozentraten (= Vergleich Original-/raubkopierte Software) befinde sich nach wie vor mit 63 Prozent Osteuropa an der Spitze. Danach kämen Lateinamerika (58 Prozent) und die Region Nahost (57 Prozent). Nordamerika bilde mit 25 Prozent das "Schlusslicht", an vorletzter Position rangiere Westeuropa mit 34 Prozent.
Aufgeschlüsselt nach einzelnen Ländern zeigt die Top 25 Piracy Rate folgendes Bild (Angaben in Prozent):
Land19992000 Vietnam 98 97 China 91 94 Indonesien 85 89 Ukraine 90 89 Russland 89 88 Libanon 88 83 Pakistan 83 83 Bolivien 85 81 Quatar 80 81 Bahrain 82 80 Kuwait 81 80 Thailand 81 79 El Salvador 83 79 Nicaragua 80 78 Oman 88 78 Bulgarien 80 78 Rumänien 81 77 Guatemala 80 77 Paraguay 83 76 Jordanien 75 71 Honduras 75 68 Costa Rica 71 68 Dominikanische Republik 72 68 Kenia 67 67 Nigeria 68 67
In Westeuropa liegt Griechenland mit 66 Prozent an der Spitze. Dänemark und Großbritannien sind mit jeweils 26 Prozent die europäischen Vorzeigeländer.
Zahlreiche Staaten in Europa, darunter auch Deutschland, hätten im Jahr 2000 ihre Piraterieraten nicht senken können.
Die komplette Studie kann unter der Webadresse www.bsa.org eingesehen werden.