Clinton macht Jugendschutz zur Chefsache
Vor der Federal Trade Commission forderte US-Senatorin Hillary Clinton nicht nur eine Untersuchung im Fall "San Andreas". Die ehemalige First Lady will darüber hinaus auf Bundesebene ein Gesetz einbringen, dass den Jugendschutz stärkt.
Der "Hot Coffee"-Skandal ist in den USA auf höchster politischer Ebene angekommen. Vor einem Ausschuss der Federal Trade Commission forderte US-Senatorin Hillary Clinton ein Eingreifen des Staates. So soll der Jugendschutz gestärkt und die Altersfreigaben des Entertainment Software Rating Board (ESRB) rechtlich bindend werden. Einen entsprechenden Gesetzentwurf will Clinton in Kürze einreichen, "um den Verkauf von Spielen mit gewalttätigen oder sexuellen Inhalten an Minderjährige zu verbieten". Für Verstöße ist eine Strafe von bis zu 5000 Dollar angedacht.
Derweil meldete sich auch der US-Industrieverband Entertainment Software Association (ESA) zu Wort. Wie in ähnlichen Fällen in der Vergangenheit berief sich ESA-President Doug Lowenstein auf das Recht auf Redefreiheit, welches auch Kunstformen wie Computer- und Videospiele vor Zensur schütze. In seiner Ansicht bestärkt sieht sich Lowenstein durch vorangegangene Fälle. Regelmäßig scheiterten in der Vergangenheit Landesgesetze zur Verschärfung des Jugendschutzes unter Berufung auf die Redefreiheit an den Gerichten.
Um mehr Sachlichkeit bat ESRB-President Patricia Vance. Niemandem sei geholfen, wenn voreilig Gerichte angerufen würden. Zunächst müssten alle Fakten auf den Tisch. Übereilte Schritte seien in diesem Stadium der Diskussion kontraproduktiv.