Editorial
Die E3-Karawane schrumpft
Noch vor wenigen Jahren legte die globale Gameskarawane einen sicheren Zwischenstopp in der L. A.-Oase ein, um sich an zahllosen Spieleneuheiten und Premieren im E3-Zelt zu laben. Dass sich daran einmal etwas ändern könnte, stand nicht im Plan. Dennoch haben sich seit 2002 einige Elementarteilchen vom ewigen Wüstenzug abgespalten. Zumindest von der deutschen Karawane. So ist der hiesige Handel nur noch in Spurenelementen im sandigen Mekka des Electronic Entertainment nachzuweisen.
Und auch auf Publisherseite ist es heute längst nicht mehr selbstverständlich, in großen Rudeln in die US-Westküstenmetropole einzufallen. Ob hier schon der so genannte Leipzig-Effekt durchschlägt, das Fehlen des German Pavilion Konsequenzen zeitigt oder doch eher der schnöde Mammon die Zügel hält, sei mal dahingestellt. An der Attraktivität der AAA-Spiele, die längst kein Verkaufsgarant mehr ist - wie die deutsche Unterhaltungssoftwarebranche wieder einmal im letzten Weihnachtsgeschäft schmerzhaft erfahren musste -, ist der Germanenschwund jedenfalls sicher nicht festzumachen.
Trotzdem gibt es in L. A. wieder reichlich zu sehen. Einen ersten Eindruck davon können sich alle Daheimgebliebenen im nächsten MCVgamesmarkt machen und tagesaktuell in unserem gleichnamigen Onlinedienst.
Harald Hesse Chefredakteur MCVgamesmarkt