Schöner neuer Aufschwung

Politik und Wirtschaftsverbände beschwören den Aufschwung im Westen, und die Spielebranche segelt mit der neuen Konsolengeneration neuen Umsatzrekorden entgegen. Doch was nützt der Umsatz von morgen, wenn man das Heute - natürlich nur im geschäftlichen Sinn - nicht überlebt.

Mit der Insolvenz der Phenomedia hat es ein weiteres deutsches und am Neuen Markt notiertes Medienunternehmen "erwischt". Und dass, obwohl die Bochumer Aktiengesellschaft mit "Moorhuhn" und zuletzt mit "Sven" bravourös gezeigt hat, wie man den Massenmarkt wirklich anspricht, den ja bekanntlich jeder erreichen will, was aber nur wenigen gelingt.

Man mag meinen, dass bei derartigen Erfolgen die Zukunft eines Unternehmens längst gesichert ist. Natürlich muss der Insolvenzantrag nicht das Ende aller Tage bedeuten, wie am Beispiel der Stuttgarter eJay AG deutlich wird. Doch es spricht schon für die Härte der Marktumstände, wenn solide aufgebaute Unternehmen die Segel streichen müssen oder, wie im Fall Ravensburger Interactive, aus dem "Flottenverband" des Mutterschiffs ausgeschlossen werden.

Da ist es auch wenig beruhigend, dass dies nicht allein ein deutsches Problem ist. Selbst "Lara Croft"-Vermarkter Eidos plagen, nach einer kurzen Ruhephase, neue Übernahmegerüchte. Zwar dementierte Ubi Soft postwendend etwaige Pläne, gab jedoch zu, dass der Gedanke gar nicht so schlecht sei.

Die Konsolidierung geht also munter weiter. Und den verbliebenen Marktteilnehmern bleibt kaum etwas anderes übrig, als mit Volldampf voraus zu fahren und möglichst alle Untiefen und Eisberge zu umschiffen. Schließlich hat ja auch Columbus bei seiner Fahrt gen Westen irgendwann einmal Amerika erreicht.

Stephan Steininger Redakteur [mailto:s.steininger@e-media.de@@@s.steininger@e-media.de]

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