Editorial
Post mit Nachgeschmack
Wer freut sich nicht über Post - über echte Post und nicht über die kaum noch zählbaren E-Mails, die täglich über einen hereinbrechen. Echte Post, so wie die Ansichtskarten von Lara Croft, die sie mir, ja, mir persönlich, aus allen Teilen der Welt geschickt hat. Oder die anonymen Mitteilungen eines mysteriösen Informanten, der einen auf die Spur eines noch mysteriöseren Auftragkillers mit Codenamen 47 bringt. Pulitzerpreis, ick hör' dir trapsen!
Im Ernst: Ob Spielehändler oder -journalist, an die ominösen Werbemailings der Publisher haben wir uns gewöhnt. Doch was bei uns ein Schmunzeln auslöst, stößt manchem Otto Normalverbraucher böse auf. So wie der angeblich "blutverschmierte Stofffetzen", den SCED per "U.S. Army Postal Service" an Gamer versandte. Über den Geschmack der Sendung lässt sich streiten. Nicht aber darüber, dass der wahre Absender zunächst nicht erkennbar war. So kam mir zunächst in den Sinn, ob mir wohl ein "U.S. Army"-Spiel von Eidos entgangen war. Schließlich ist Eidos nicht erst seit "Hitman Contracts" für seine ungewöhnlichen Mailings berüchtigt.
Die Reaktion auf den nur schwer als rot erkennbaren Fleck mögen übertrieben sein. Nicht aber die Frage, ob angesichts des Images vom blutgeilen Gamer eine solche Aktion nicht auch eine Einladung zum Missverstehen ist.
Stephan Steininger Redakteur games.markt