Editorial
Evolution und Emotion
In digitalen Zeiten eröffnen sich neue technikgetriebene Vertriebswege, deren Potenziale auf den ersten Blick geradezu unendlich erscheinen. Doch so verlockend diese schöne neue Welt mit ihren Infrastrukturen und Endgeräten auch glänzen mag - stets bedarf es der Inhalte, die das Ganze erst mit unterhaltsamem Leben durchdringen und Wertschöpfungen ermöglichen, und den Kunden, die bereit sind, dafür Teile ihres Medienbudgets auszugeben. Ohne den Endverbraucher läuft nichts. Der Kunde ist King. Das ist ein Learning, das die Teilnehmer des Businessforums "Interactive Entertainment", das von der MBA - Media Business Academy und Entertainment Media zusammen mit dem VUD am 30. Juni und 1. Juli in München veranstaltet wurde, mitnehmen konnten.
Fest steht auch, dass es sich bei der digitalen Durchdringung der Märkte um keinen revolutionären, sondern um einen evolutionären Akt handelt, der sich aber durchaus schneller vollziehen könnte, als es manchem lieb ist. Dennoch sind es nicht so sehr rationale Überlegungen, sondern vielmehr emotionale Welten, die sich um ein Entertainmentprodukt ranken und den Kunden zu dem bewegen, worauf alle Bemühungen abzielen: zum Kaufen. Und diese Kaufhandlung findet noch auf absehbare Zeit dort statt, wo sie sich bisher vollzog: im Handel.
Harald Hesse Chefredakteur MCVgamesmarkt