FTC warnt Take 2 nach Abschluss seiner Ermittlungen
Die FTC hat die Ermittlungen gegen Take 2 wegen des so genannten "Hot Coffee"-Skandals abgeschlossen. Auf eine Strafe wird verzichtet, aber die Warnung für die Zukunft war deutlich.
Die Federal Trade Commission (FTC), die oberste Wettbewerbsbehörde der USA, hat ihre Ermittlungen gegen Take 2 Interactive abgeschlossen. Gegenstand war der so genannte "Hot Coffee"-Skandal. Über einen privat programmierten Mod waren Sex-Minispiele bei "Grand Theft Auto: San Andreas" möglich geworden. Als heikel erwies sich, dass diese Inhalte jedoch auch in der Erstauslieferung des Titels enthalten waren, wenn auch für den Spieler unzugänglich. Mitte 2005 nahm deshalb die FTC auf Drängen der beiden US-Senatoren Hillary Clinton und Joseph Lieberman Ermittlungen auf.
Nach Abschluss der Ermittlungen kommt Take 2 Interactive mit einem "blauen Auge" davon. Laut FTC habe Take 2 es verfehlt, die Verbraucher über wichtige Inhalte des Spiels zu informieren. Eine Strafe wurde jedoch nicht verhängt. Trotzdem kommt der Abschlussbericht einem "Schuss vor den Bug" gleich. Take 2 dürfe die Bestimmungen der Alterskennzeichnungen und Inhaltsbeschreibungen nicht missinterpretieren. Künftig müssten Inhalte, die für das Rating relevant sind, deutlich und prominent sowohl auf der Produktpackung angebracht als auch bei allen Marketing- und Promotionaktionen deutlich gemacht werden, solange diese nicht in ein offizielles Rating eingeflossen sind.
Gegenüber US-Medien skizzierte Lydia Parnes, FTC Director der Consumer Protection-Abteilung, welche Konsequenzen ein künftiger Verstoß gegen diese Anmahnung nachziehen könnte: Nämlich eine Strafe von 11.000 Dollar. Ob das Bußgeld einmalig oder pro verkauftem Spiel verhängt werde, hängt dann von den Gerichten ab, die die FTC-Vorgaben in der Vergangenheit unterschiedlich auslegten. Im Fall "GTA: San Andreas" hätte eine Strafe per verkauftem Produkt theoretisch so zu einem Bußgeld in Höhe von 79 Mrd. Dollar führen können.