Game legt um 400 Prozent zu
Der Vorsteuergewinn der britischen Game Group ist im abgelaufenen Geschäftsjahr um satte 400 Prozent angwachsen. Zukäufe, Neueröffnungen und die stark nachgefragten neuen Konsolensysteme begünstigen die Gewinnexplosion.
Die britische Game Group hat die Bilanz für das zum 31. Januar 2007 beendete Geschäftsjahr vorgelegt. Demnach stieg der Umsatz der Spielehändler im vergangenen Jahr um 24 Prozent auf 801,3 Mio. britische Pfund (ca. 1,18 Mrd. Euro). Fächenbereinigt legte der Umsatz um 16,2 Prozent zu. Getragen wurde das gute Ergebnis von Zukäufen, Neueröffnungen und den stark nachgefragten neuen Konsolensystemen. Neu im Game-Verbund sind u. a. 50 Filialen in Frankreich, die zuvor zum insolventen Buchhändler Maxi-Livres gehörten, 14 ehemalige Game-Wizards-Filialen in Australien und zehn Geschäfte in Norwegen, die im Zuge der Spiderman-Übernahme an Game fielen. Alles in allem wurden Ende Januar 836 Filialen in neun Ländern betrieben; die Ladenfläche summiert sich auf mehr als 76.000 Quadratmeter. Erstmals konnten dabei die ehrgeizigen Expansionspläne im Heimmarkt Großbritannien mit der internationalen Entwicklung nicht Schritt halten. Drei Filialen weniger als noch im Geschäftsjahr 2005 wurden zum Stichtag in Großbritannien und Irland betrieben, was die Gesamtzahl im Heimatmarkt auf 407 Geschäfte fallen ließ. Die Expansion im Ausland fing diesen Effekt aber mehr als auf, sodass unterm Strich ein Plus von 54 Filialen über Vorjahr blieb.
Dem starken Konsolengeschäft hat es der Konzern in erster Linie zu verdanken, dass auch operativ deutlich mehr verdient wurde. Gerade im Weihnachtsgeschäft spielte Game seine Stärken aus, die in der Endabrechnung zu einem Plus von 400 Prozent im operativen Geschäft führten. Von 8,2 (rund zwölf Mio. Euro) auf 33 Mio. Pfund (ca. 48,5 Mio. Euro) stieg der Vorsteuergewinn im Jahresvergleich. Neben dem Filialgeschäft gewann auch der Onlinehandel weiter an Bedeutung. Zwar erzielt die Gruppe im E-Commerce nur einen Bruchteil der Erlöse, dies aber mit deutlich steigender Tendenz. Um mehr als 100 Prozent von 700.000 Pfund (ca. 1,027 Mio. Euro) auf 1,5 Mio. Pfund (ca. 2,2 Mio. Euro) wuchs der Vorsteuergewinn aus dem Onlinegeschäft.
Von seiner aggressiven Expansionpolitik will Game auch im laufenden Geschäftsjahr nicht ablassen. Bis zu 80 Neueröffnungen mit Schwerpunkt Kontinentaleuropa sind bis Ende Januar 2008 geplant. Im Fokus dabei weiter die Märkte in Frankreich, Spanien und Australien. Wenig zu reizen scheint Game derzeit der deutsche Markt. Expansionspläne hierzulande sind nicht bekannt.